Volltext

(Artikel * 1998) Cernay, Thomas
Kurzschluß Massenmedien und Kommunikation
in Blätter des iz3w Nr. 228 * Seite 32 - 34
Themen: Dominanzkultur; Medien; * Dok-Nr: 75636
Standorte: A3W Osnabrück; iz3w Freiburg; Nicabüro Wuppertal; 3WF Hannover; IfaK Göttingen; biz Bremen; EWNT Jena

Medienwelten

Ich spreche Prosa! Meine Güte,
so habe ich vierzig Jahre lang Prosa gesprochen, ohne es zu wissen!
(Molière, Der Bürger als Edelmann)


Kurzschluß
Massenmedien und Kommunikation

von Thomas Cernay


Bestimmen lediglich die von den verschiedenen Medien versandten Inhalte Interesse und Bewußtsein der Empfänger oder spielt dabei auch die Wirkungsweise des Mediums selbst eine Rolle? Anders gefragt: Ist das Scheitern emanzipatorischer Medienutopien lediglich darauf zurückzuführen, daß die Macht über die Medien in der Regel in den Händen »der Falschen« liegt oder widerspricht das Konzept von Massenmedien ? in ihrer Geschichte vom Buchdruck bis zum Internet ? an sich der Idee der Aufkärung?

Bei aller Verbindung mit der Welt hinter Schirm und Lautsprecher tragen die Medien offensichtlich auch zur Isolation des Individuums nicht unerheblich bei. Die Einzelnen umstellen sich mit Techniken und Apparaten. Möglich, daß dies unfreiwillig geschieht, es sich um Surrogate handelt, weil echte Kommunikation direkt unter Menschen undurchführbar ist in dieser Gesellschaftsordnung ... durchführbar wäre in einer anderen. Möglich aber auch, daß jeder für sich glotzt, weil es anregender ist als andere Formen der Kommunikation oder schlicht, um sich von ihr zu erholen, also um nicht kommunizieren zu müssen. Von Kommunikation im Vollsinn möchte man bei den Massenmedien ohnehin nicht sprechen, es sind Einbahnstraßen, mit deren Hilfe sich der Konsument berieseln oder besser ? berauschen läßt.
Obwohl also der Austausch halbseitig gelähmt ist, funktioniert die Anregung weiterhin wie bei der ursprünglichen Kommunikation. Es läßt sich auch nicht übersehen, daß Massenmedien Propagandisten jedweder Couleur an sich gezogen haben. Irgendetwas fesselt die Zuhörer am Medium, etwas, das nichts mit seinen konkreten Botschaften, etwas, das nichts mit Dr. Goebbels zu tun hat.
Anfang der 30er Jahre, als das Radio noch jung und nicht von den Faschisten okkupiert war, gab Bert Brecht in seiner Radiotheorie die revolutionäre Parole aus: »Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.« Daraus wurde nichts, das Radio machte nur den Führer, nicht die Zuhörer sprechen. Brechts Vision vom Rundfunk als »denkbar großartigste(m) Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens« ist völliger Vergessenheit anheimgefallen. Der Schock der Ohnmacht hat den Zusammenbruch des Faschismus überdauert. Propaganda, Manipulation oder Werbung, das sind seither die begrifflichen Schlüssel, die das Rückgrat einer sich links und kritisch verstehenden Medientheorie bilden.
Demgegenüber steht der meist nur noch subkulturelle Glaube an die subversive Kraft neuer Medien als Faktoren zur (Gegen-)Bewußtseinsproduktion. Das »Schwanken zwischen Angst und Verfallenheit«, mit dem die Linke den Produktivkräften der Bewußtseinsindustrie gegenübersteht, »spiegelt bloß die Ambivalenz der Medien selbst wider, ohne ihrer Herr zu werden«, bemerkte Hans Magnus Enzensberger schon Anfang der 70er Jahre im ?Baukasten zu einer Theorie der Medien?. Enzensberger suchte an Walter Benjamin und Brecht anzuknüpfen, was das emanzipatorische Potential neuer Techniken, den Medienoptimismus anlangte. Gleichzeitig suchte er die Distanz zu Herbert Marcuse, indem er die »wahren menschlichen Bedürfnisse«, von denen die 68er sprachen, als bürgerliche und kleinbürgerliche Ideologien entlarvte. Hinter der Formulierung der »wahren Bedürfnisse« stand für ihn der Anspruch auf die kulturelle Hegemonie, ein klassisches Privileg der bürgerlichen Intelligenz. Und Enzensberger zufolge stellten die neuen Medien das bedrohlich in Frage.
Die »Berührungsangst vor der Scheiße« sei also aufzugeben und die Spaltung in organisierte Linke und Subkultur durch eine Produktion in Netzwerken aufzuheben. Großartiger Gedanke, ein Jahrzehnt vor der Einführung der Heimcomputer.
Berührungsangst aufgeben hieß aber für die Linke, von reinen Inhalten und sektiererischen Theorien Abschied zu nehmen und sich in den »schmutzigen« (Enzensberger), da breiteren, von der eigenen Warte aus irrationalen oder emotionalen Kommunikationszusammenhang zu stellen. Meine Güte, so war man vierzig Jahre lang im Medienzeitalter, ohne es zu wissen. Bei aller Polemik war Enzensbergers Intervention einer der wenigen wohlmeinenden Angriffe auf das Prinzip Inhalt und zugleich ein widerwilliger erster Schritt in Richtung »medium is message«, obwohl in dieser Formel seiner Meinung nach der Überbau der Bourgeoisie ganz offen zum Ausdruck kam, daß man zwar alle Produktionsmittel in der Hand, jedoch nichts weiter Relevantes mitzuteilen habe. Aus dem ?Baukasten? schallte es 1970 jedenfalls noch: »Das offenbare Geheimnis der elektronischen Medien, das entscheidende politische Moment, das bis heute unterdrückt und verstümmelt auf seine Stunde wartet, ist ihre mobilisierende Kraft. Wenn ich mobilisieren sage, so meine ich mobilisieren.«
Warum, so stellt sich die Frage, wurde dieses Vakuum bisher von keiner irgendwie revolutionär gesinnten Klasse gefüllt? Die Linke kommuniziert wie eh und je mit Gedrucktem, diverse Blätter zirkulieren in mehr oder weniger geschlossenem Kreislauf, wo die Linke das Radio in die Hand nimmt, ist sie der Selbstisolation näher als der Reichweite, im Fernsehen ist sie ? beinah ? nie zu sehen. Wenn es das inhaltliche Vakuum je gegeben hätte, dann hätte es doch möglich sein müssen, etwas mehr unter das Volk zu bringen.
Enzensbergers Erregungshypothese, die nur die Kraft der Medien zu Erregung und Mobilisierung formulierte, wurde kontrastiert von Marshall McLuhan. Dieser sprach 1968 in seiner Medientheorie (Understanding Media, dt. Die magischen Kanäle) vom »nie geklärten Gefühl der Betäubung, das jede Ausweitung im Einzelmenschen und der Gesellschaft hervorruft«. Es erschien McLuhan ausgesprochen wichtig, neben den Erregungsmustern der Medienwirkung Ideen zur Narkose durch Medien zu entwickeln. Die mangelnde Mobilisierungsbereitschaft bei dem von Brecht und Enzensberger unterstellten Mobilisierungspotential ist schließlich kaum anders als durch Narkose zu erklären.
Was folgt daraus fürs Internet, den neuen Stern am Medienhorizont? Man muß wohl die bloße Aufregung als eigentliche Quintessenz des Vorgangs begreifen. Das Netz ist die Nachricht. Der Rausch, der die Schaffung einer noch kommunikationsbereiteren Projektionsfläche begleitet, ist genau der Stoff, der Träume macht. Wenn Brecht die Gelegenheit hätte, er würde das Netz für den »denkbar großartigste(n) Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens« halten, nicht mehr das Radio. Das Netz wäre die beste Chance, um zu beweisen, daß Massenkommunikation auch mit nicht beliebigen Inhalten geführt werden kann. Es ist zum einen nie so leicht gewesen, Brechts Wunsch zu erfüllen und vom Empfänger zum Sender zu werden, zum anderen ist das Netz das Meta-Medium, das alle Medien verbindet um Enzensbergers Wunsch-Strukturen aufzubauen.
Der Auslöser hochfliegender Hoffnungen ist zugleich Anlaß, die alten Befürchtungen wiederzubeleben. Augenblicklich spricht vieles dafür, daß sich die Geschichte wiederholt, es also dem Netz nicht anders als dem Radio ergehen wird, und nicht die massenhafte Eigenproduktion, sondern erneut die machtkonforme Distribution die Oberhand über die gesellschaftliche Kommunikation gewinnt. Auch im Fall des Netzes wird es nicht genügen, das Medium als dienstbaren Apparat zu begreifen, auch der künftige User, ganz wie der frühere Zuhörer, wird sich resistent erweisen gegen die »richtigen« Inhalte. Die Hoffnungen Brechts wie der heutigen medienoptimistischen Subkultur sind die Folge eines doppelten Mißverständnisses: der Vorstellung eines bestimmten Kommunikationsbedürfnisses, das in Wirklichkeit (noch) nicht gegeben ist; und der Existenz einer irgendwie unmanipulierten Wirklichkeit. Auch revolutionäre Subjekte konstruieren nur eine manipulierte Welt. Hier trifft Baudrillards Kritik an Enzensberger ins Schwarze. Denn daß andere manipulieren ändert nichts an der weiteren Herrschaft eines falschen Kommunikationsmodells. Mit »richtig« und »falsch«, mit »echten« oder »entfremdeten« Bedürfnissen läßt sich die Sachlage nicht angemessen beschreiben, diese Art Realismus führt nur in eine moralische Falle. Vor allem aber bleiben emanzipatorische Inhalte ohne ein fruchtbareres Verständnis der Medienwirkung folgenlos.
Die Wirkung der Medien ist zuallererst Erregung. Und nach Erregung gibt es offensichtlich einen enormen Bedarf. Das ist das feststellbare Bedürfnis, entfremdet oder nicht. Die Medien sind vielleicht gerade dazu da, um besser manipulieren, verzerren und entstellen zu können. Wenn kein Unterdrücker mehr zur Stelle ist, was nicht unmittelbar zu befürchten steht, wird man selbst zur Tat schreiten, um aus den objektiven Realitäten, die zu langweilig geworden sind, um kommunikativ wirksam zu bleiben, passende, anregende und somit annehmbare Wirklichkeiten herzustellen. Die Bedürfnisse lassen sich nicht in »wahr« und »falsch« unterteilen, sie drücken vielmehr im Sinne Nietzsches ein Verhältnis des Subjekts zu einer Kraft aus, die sich seiner bemächtigt.

Möglich, daß erst ein aufgeklärteres Zeitalter wählerisch wird, was die Inhalte oder die Gegenseitigkeit der Kommunikation betrifft. Vorerst leben wir im Zeitalter der Attraktion des Fernsehens. Die 96%ige Versorgung mit Fernsehapparaten bleibt das kulturübergreifende offenbare Geheimnis. Wo sie (noch) nicht gegeben ist, suchen die Betroffenen diesen Mißstand mit allen Mitteln zu beheben. In den Elendsquartieren der Metropolen erfolgt der Anschluß an die Television häufiger als an die Wasserleitung. Trotz widrigster materieller Umstände steht der fehlende Fernseher in der Wert- und Dringlichkeitsskala der Menschen über dem fehlenden Wasser. Die magische Anziehungskraft muß eine Wirkung der Audiovision sein. Da sie die Neugierde der Individuen in einem so kollektivierenden Ausmaß fesselt, ist ihre erregende Wirkung kaum zu massiv zu veranschlagen.
Nicht der Inhalt also, sondern der über das Medium hergestellte Anregungszustand wäre ausschlaggebend für das Interesse beim Empfänger. »Daß der Nüchterne nicht völlig finster ist, / das ist ein Wahn. / Wahrhafter Offenbarung Licht, / das kannst du nur im Rausch empfahn«, reimte der gute Goethe, als er (vermutlich bei einem Gläschen Wein) den großen Hafiz in den West-Östlichen Diwan übertrug. Das paßt natürlich auch auf die Medien. Mit etwas Wagemut ließe sich die These aufstellen, das Nervensystem und das elektronische Medium korrespondierten über ein letztlich gleichartiges Schaltprinzip: immer wieder An und Aus. In der Sprache der Nerven bedeutet An ganz einfach Erregung. Umgangssprachlich signalisiert das Wörtchen »geil« diesen Zustand. Weitere Adjektive sind zumeist entbehrlich. Die fehlende sprachliche Differenzierung ist Ausdruck der medialen Konsumgewohnheiten ? aber trotz aller Befürchtungen ist sie weit davon entfernt, eine Degeneration der Wahrnehmung zu belegen, höchstens die der Bedeutung konkreter Inhalte. Im Gegenteil, man ist sich der Grammatik der Medien mit erstaunlicher und neuro-logischer Klarheit bewußt. Der Inhalt erregt, oder eben nicht.
Der Sinn von Aus ist notwendigerweise diffuser, denn er entzieht sich einer direkten Bestimmung. In diesem Zustand vermittelt das System keine Erfahrung, kein Bewußtsein. Nur im Netz wird eine indirekte Wahrnehmung möglich, denn in der Regel tritt der Aus-Zustand nur in Teilen des Systems auf. Dann kann das lokale Aus immerhin als Differenz zu lokalen Erregungszuständen, eben als Betäubung empfunden werden. Im Nerven-Netz ist auch die Null Information.
Die Analogie zwischen An/Aus und Erregung/Betäubung ist eine Grundlage der oft gezogenen Vergleiche von Medien und Sinnesorganen. Die höchstentwickelte Variante, das Medium der Medien, wird folgerichtig zur Metapher für das Gehirn (das wir umgekehrt immer mehr als Netz begreifen werden). Datenleitung und Knotenpunkte als Ausdruck oder Ausfluß von Nervenbahn und Synapsen. Die spezielle Leistung von Gehirn und Netz ist die integrative oder multimediale Funktion. Der romantisch anmutende Ansatz »Alle wollen mit allen kommunizieren« ist in den permutatorischen Verküpfungsmustern des Nervennetzes die ganz gewöhnliche Geschäftsgrundlage. Dieser Drang zur Verbindung ist alles andere als romantisch, er ist permanente Anregung zur Produktion von Differenz, die Voraussetzung für Wahrnehmung und Erkenntnis ist. Man muß nicht erstaunt sein, wenn alle Medientheorien Erweiterung, Mobilisierung oder Erregung voraussetzen.
Er- oder Anregung kann aber auch zum Selbstzweck werden ? darin liegt vermutlich einer der Knackpunkte von Kommunikation. »Turn the radio on« ? oder ohne Objekt: »turn on«. Dem Inhalt wird durch die für jede Kommunikation notwendige Erregung von vornherein eine Form aufgezwängt: Inhalt fungiert als Auslöser der Erregung. Warum sollte er als solcher nicht durch andere austauschbar sein? Im Extremfall markiert eine Nachricht nur noch die Differenz zur anderen. Allein auf die Inhalte als solche können Medien nicht verzichten, denn wir brauchen Differenzen, um überhaupt wahrnehmen zu können. So behält das Fernsehen seine Wirkung auch unter Umständen, in denen seine Inhalte zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen. Genauso, als Träger einer Informationsmenge, wird der Inhalt, die message, selbst zum Medium. Das Wesentliche am Inhalt ist, daß er den Fortbestand der Erregung durch das Medium sichert. Jede Mitteilung muß in diesem Sinne Manipulationsversuch oder Propaganda sein, also die Absicht des Nervensystems, sich selbst zu manipulieren, berücksichtigen. Emanzipatorisch kann Inhalt nur im zweiten Glied sein, wenn dem Erregungsbedürfnis bereits Rechnung getragen wurde. Oder anders, wenn Emanzipation nicht aufregend ist, bleibt es beim Kurzschluß, bei der Onanie vor der Videowand oder irgendeiner anderen Auto-Kommunikation.
Im Kurzschluß der Kommunikation triumphiert die Erregung über die Emanzipation. Eine emanzipatorische Medienpraxis muß den Rausch, den die Auto-Kommunikation hervorruft, daher überbieten. Das ist keineswegs unmöglich, denn Erregung stellt gerade keinen Widerspruch zur Kommunikation dar, auch wenn sie zum Selbstzweck degenerieren kann. Sinn macht Erregung erst als Antrieb zur Konstruktion von Wirklichkeit, die nur durch gegenseitige Versicherung, eben durch Kommunikation über eine unüberschaubare Vielzahl von Inhalten, herzustellen ist. Nicht im Sinne einer Wahrheit, die auf uns gewartet hätte, sondern in einem konstruktiven Sinn, der zumindest nahelegt, daß die Welt in mehreren Varianten herstellbar ist und der das Gegenteil einer kulturpessimistischen Perspektive wäre.
Die Narkose bleibt das große Fragezeichen der Medien. Nicht nur McLuhans Amputation, auch die Manipulations- und Verblödungsthesen versagen bei der Klärung dieses unbestreitbar wesentlichen Medieneffektes. Der Erregungsmechanismus und sein Sinn für das Lernen oder die Konstruktion sozialer Realität ist leicht und direkt einzusehen. Für die Trägheit, das Abstumpfen, den Hang zur Taub- und Blindheit jedoch lassen sich viel schwerer triftige Gründe finden als für die menschliche Neugierde. Noch dunkler steht es um die Mechanismen, die zur Narkose führen. Physiologisch und psychologisch macht die Betäubung (bzw. die Verdrängung) Sinn, wenn der Organismus überfordert wurde. Man kann dann ein zyklisches Modell heranziehen, in dem die Anregung und das Wachstum ? mit ihrer inneren Logik fortschreitender Überbietung ? immer wieder im Chaos der Narkose landen. Ein Imperativ für den Körper: Du sollst nicht spüren. Und einer für das Bewußtsein: Du sollst vergessen.
Dieses Zusammenspiel von Anästhesie und Amnesie ist eine ideale Voraussetzung, um Macht durch Medien zu reproduzieren. Eine Voraussetzung, die sich in den Körpern vorfindet und nicht erst eingeschrieben werden muß. Die überreichliche Aufnahme des Beliebigen hätte das andauernde Vergessen, ja Vergessenmüssen , mitunter auch des Wesentlichen zur Folge. Die Einbahnstraßen der Massenmedien stellen damit eine äußerst günstige Basis der Bevormundung dar. In der Unterminierung dieser traditionellen Distributionsfunktion läge weiterhin ein subversives Potential. Nicht weniger bedeutsam dürfte jedoch die Vertiefung unseres Wissens über die Betäubungsmechanismen sein. Die Lust an der Erregung scheint stets in eine Lust an der Betäubung zu kippen. Das ist ein reaktionärer Wesenszug, der auch dem emanzipatorischen Bemühen innewohnt.


Literatur

Bertolt Brecht, Radiotheorie. Gesammelte Werke, Band 8

Hans Magnus Enzensberger, Baukasten zu einer Theorie der Medien. Kritische Diskurse zur Pressefreiheit. Verlag Reinhard Fischer, München 1997.

Marshall McLuhan, Die magischen Kanäle. Understanding Media. Verlag der Kunst, Dresden, Basel, 1995.

Jean Baudrillard, Kool Killer oder der Aufstand der Zeichen. Merve Verlag, Berlin, 1978.

Gilles Deleuze, Nietzsche und die Philosophie, Rogner & Bernhard Syndicat Verlag, Frankfurt/Main, 1985.

Gisela Getty, Jutta Winkelmann, Future Sex. Metropolitan Verlag, Düsseldorf, 1996.

Thomas Cernay ist Mitarbeiter im iz3w.