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(Artikel * 2014) Vandiver, John
Jetzt sollen auch US-Bodentruppen nach Polen und Estland entsandt werden , hat die New York Times berichtet
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 077/14 * Seite 1 - 2
Themen: Konflikt; Militär/Militarismus; NATO * Estland; Polen; Russland; Ukraine; USA * Militärmanöver; Übersetzung : Jung, Wolfgang; Krim-Krise * Dok-Nr: 258392
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"Jetzt sollen auch US-Bodentruppen nach Polen und Estland entsandt werden, hat die New York Times berichtet

STUTTGART, Deutschland – Ein kleines Kontingent von US-Bodentruppen soll an geplanten Manövern in Polen und Estland teilnehmen; damit sollen die Verbündeten, die durch das russische Eingreifen in der benachbarten Ukraine verunsichert sind, beruhigt werden. Die US-Army plane, eine Kompanie mit rund 150 Soldaten für jeweils zweiwöchige Übungen nach Polen und Estland zu entsenden; das berichtete die New York Times / NYT am Freitag. Die von der Obama-Regierung geplanten Übungen am Boden finden im Rahmen größerer NATO-Manöver statt, mit denen das Bündnis in Osteuropa Präsenz demonstrieren will. Es ist noch nicht geklärt, welche US-Einheit an den Manövern in Polen und Estland teilnehmen wird; nach Informationen der NYT sollen nächste Woche weitere Details mitgeteilt werden. Am Mittwoch kündigte die NATO an, dass sie ihre Präsenz im Osten zu Lande, zu Wasser und in der Luft verstärken wolle. Zu den geplanten Maßnahmen gehören auch die verstärkte Überwachung des Luftraums über den baltischen Staaten und die Entsendung von Kriegsschiffen in die Ostsee und ins östliche Mittelmeer. Eine Möglichkeit, mehr Präsenz zu zeigen, ist die fortgesetzte Rotation von Bodentruppen in osteuropäische NATO-Staaten. Die jetzt nach Polen und Estland entsandten 150 US-Soldaten, könnten als erste an einem der Rotationseinsätze beteiligt sein, die künftig regelmäßig stattfinden sollen. "Wir untersuchen gerade eine ganze Reihe von Möglichkeiten," sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel am Donnerstag im Pentagon während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem polnischen Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Tomasz_Siemoniak). "Rotationseinsätze zu Ausbildungsund Übungszwecken werden auf jeden Fall dazu gehören." Zu den für die Rotation in Betracht gezogenen Army-Einheiten, die zur ständigen NATO-Präsenz im Osten beitragen sollen, gehört auch die in Texas stationierte 1. Brigade der 1. Cavalry Division – die US-Truppe, die bereits der NATO Response Force (s. http://de.wikipedia.org/wiki/NATO_Response_Force) zugeteilt wurde. Warschau wird mit Kurzeinsätzen rotierender kleinerer Einheit aber kaum zufrieden sein; der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski (s. dazu auch http://de.wikipedia.org/wiki/Rados%C5%82aw_Sikorski) hat die NATO bereits aufgefordert, ständig 10.000 Soldaten in Polen zu stationieren. In den letzten beiden Monate haben die USA wegen der Krise in der Ukraine ihre Präsenz in Osteuropa ohnehin schon verstärkt. So wurden 12 Kampfjets vom Typ F-16 (aus Spangdahlem in der Eifel) zu Trainingsflügen nach Polen beordert, die künftig häufiger stattfinden sollen (s. http://www.stripes.com/news/air-force-to-send-more-fighters-to-poland-uss-cook-headed-to-black-sea-1.277141). Hagel versprach, die erhöhte US-Präsenz während des ganzen Jahres bestehen zu lassen. Künftig sollen US-Kriegsschiffe auch häufiger im Schwarzen Meer auftauchen. In den nächsten Wochen wird sich klären, wie die NATO ihre Präsenz in Osteuropa dauerhaft erhöhen wird, wenn feststeht, welche Verbündeten wie viel Truppen für bestimmte Aufgaben zur Verfügung stellen. Air-Force-General Philip Breedlove, der Oberkommandierende der NATO und der US-Streitkräfte in Europa (weitere Infos dazu unter http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/ LP_13/LP05914_300314.pdf), hat Anfang der Woche gesagt, die russischen Aktivitäten rund um die Ukraine seien das Signal dafür, dass die Sicherheit auf dem europäischen Kontinent nicht mehr als selbstverständlich anzusehen sei und dass die NATO ihre bisherige Einstellung korrigieren müsse. "Nach einer Periode, in der wir dachten, die Zeiten, in denen Grenzen in Europa mit militärischer Gewalt verschoben wurden, seien endgültig vorbei, erleben wir gerade einen Paradigmenwechsel," erklärte Breedlove am Mittwoch vor Reportern und fügte hinzu, wegen der veränderten Sicherheitslage müsse die NATO auch den Bereitschaftsgrad ihrer Streitkräfte und deren Reaktionsfähigkeit verbessern." [ENDE]


Originalquelle/n:
STARS AND STRIPES, 19.04.14
http://www.stripes.com/news/us/report-us-ground-troops-to-be-sent-to-poland-estonia-1.278897

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

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Anmerkung/en und Kommentar/e des Übersetzers:
"(Wir haben den Artikel, der erneut belegt, dass die USA und die NATO und nicht etwa Russland ständig Öl ins bereits hell lodernde Feuer gießen, komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern und Hervorhebungen versehen. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)"




[HINWEIS: Alle Text werden als Fliess- bzw. Plain-Text erfasst; Schriftarten/-typen und eingebettete Bilder, Grafiken, Unterstreichungen, Hervorhebungen usw. werden dabei gar nicht, Zeilenwechsel nur in Ausnahmefällen berücksichtigt; eckige Klammern wurden ggf. durch geschweifte Klammern ersetzt. Bitte greifen Sie im Zweifelsfalle auf den Original-"Luftpost"-Artikel zurück, dessen Quelle weiter unten genannt wird; danke.]

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Erfasst am 28.04.2014
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP07714_250414.pdf