Volltext

(Artikel * 2014) Vandiver, John
US-Vizepräsident Biden verspricht mehr US-Manöver im Ostseeraum
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 054/14 * Seite 1 - 2
Themen: Ausbildung; Außenpolitik; Militär/Militarismus; NATO; Rüstung/Waffen * Baltikum; Estland; Europa; Russland; Ukraine; USA * Meer; Übersetzung : Jung, Wolfgang; Krim-Krise; Luftraumüberwachung; Toomas Ilves; Rüstungslieferung * Dok-Nr: 257700
Standorte:

"US-Vizepräsident Biden verspricht mehr US-Manöver im Ostseeraum

STUTTGART, Deutschland – US-Vizepräsident Joe Biden hat angekündigt, dass die USA planen, Bodentruppen und Seestreitkräfte in den Ostseeraum rotieren zu lassen, um die Verteidigungsfähigkeit der regionalen Verbündeten, die durch das russische Eingreifen in der Ukraine verunsichert sind, zu verbessern. "Wir erwägen mehrere zusätzliche Maßnahmen, um die Häufigkeit und den Umfang unserer praktischen militärischen Zusammenarbeit zu steigern; dazu gehört auch die Rotation von See- und Landstreitkräften der USA in den Ostseeraum – zur Durchführung von Manövern und Ausbildungsvorhaben,"erklärte Biden. Auf seiner Reise durch die Region besuchte Biden am Mittwoch auch Litauen, wo die USA bereits an der NATO-Luftraumüberwachung beteiligt sind. Nach Angaben eines höheren Regierungsvertreters soll die erhöhte US-Präsenz im Ostseeraum vor allem die Verteidigungsfähigkeit der dortigen US-Verbündeten stärken. Weitere Details würden in Kürze veröffentlicht. "Zusätzlich zur Überwachung das baltischen Luftraums soll es auch unterstützende Aktivitäten am Boden und auf See geben. Wie der Vizepräsident gesagt hat, überprüfen wir bereits, was für die Streitkräfte der USA und der baltischen Staaten am effektivsten ist," teilte der Offizielle in schriftlicher Form aus dem Büro des Vizepräsidenten mit. Die Annexion der Krim durch Russland hat bei den USA und bei der NATO Befürchtungen bezüglich der Sicherheit Europas geweckt und die Aufmerksamkeit wieder auf diesen Kontinent gelenkt. Bei den Verbündeten in Osteuropa ist die alte Angst vor den imperialistischen Ambitionen Russlands erneut erwacht. "Die bisher in der NATO vorherrschende Annahme, Europa sei nicht mehr bedroht, gilt wegen der Aktionen gegen die Ukraine heute nicht mehr," äußerte der estnische Staatspräsident Toomas Ilves, (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Toomas_Hendrik_Ilves) gegenüber Biden bei dessen Besuch in Warschau. "Wir NATO-Mitglieder müssen aus dem Verhalten Russlands in der gegenwärtigen Krise unsere Schlüsse ziehen und sämtliche Beziehungen zwischen der NATO und Russland überprüfen," fordert er. Als Antwort auf die ukrainische Krise haben die USA versucht, ihre Verbündeten durch verschiedene Maßnahmen zu beruhigen – zum Beispiel durch die Entsendung von zwölf F-16 zu einem Luftmanöver nach Polen (s. dazu auch http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP04814_170314.pdf). Auch die U.S. Navy hat ihre Präsenz in der Region durch Seemanöver verstärkt, die schon länger geplant gewesen seien. Am Mittwoch gab Pentagon-Sprecher Col. (Oberst) Steve Warren bekannt, in den kommenden Monaten würden auch wieder die drei jährlich in der Region durchgeführten Manöver stattfinden. Schon im April werden (aus den USA) nach Lettland rotierende Marineinfanteristen gemeinsam mit lettischen Soldaten an dem Manöver "Summer Shield" in Lettland teilnehmen. Im Juni wird die U.S. Navy in Europa (s. http://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Naval_Forces_Europe) das multinationale Seemanöver "BALTOPS" (s. http://de.wikipedia.org/wiki/BALTOPS) durchführen, mit dem die gemeinsam Operationsfähigkeit mit den Seestreitkräften der baltischen Staaten verbessert werden soll. Ebenfalls im Juni wird die U.S. Army in Europa im Baltikum das multinationale Manöver "Sabre Strike" (s. http://www.eur.army.mil/SaberStrike/) veranstalten. Col. Warren wusste nicht, ob auch das multinationale Seemanöver "Sea Breeze" (s. http://www.ukrinform.ua/deu/news/militrmanver_sea_breeze__2013_starten_in_odessa_6982) diesmal wieder unter Beteiligung der Ukraine im Schwarzen Meer stattfinden wird. Warren teilte außerdem mit, die ukrainische Regierung habe die USA um die Lieferung militärischer Ausrüstung gebeten; das Außenund Verteidigungsministerium seien gerade dabei, die Anforderung zu prüfen und baldmöglichst zu bescheiden. Warren wollte keine Einzelheiten nennen und sagte nur, die Ausrüstungswünsche seien sehr vielfältig und der gegenwärtigen Situation in der Ukraine angemessen. Obwohl die russische Intervention Ängste vor erhöhten Spannungen und einer Rückkehr zum Kalten Krieg geweckt hat, gibt es kaum Anzeichen dafür, dass sich Europa oder die USA auf eine militärische Konfrontation einlassen wollen. Kein führender Politiker der USA oder Europas hat vorgeschlagen, die politische Krise militärisch zu lösen. STARS AND STRIPES-Reporter Jon Harper hat von Washington aus zu diesem Bericht beigetragen." [ENDE]


Originalquelle/n:
STARS AND STRIPES, 19.03.14
http://www.stripes.com/news/biden-signals-plans-for-more-us-military-drills-in-the-baltics-1.273490

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

--
Anmerkung/en und Kommentar/e des Übersetzers:
"(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern und Hervorhebungen versehen. Das angekündigte häufigere Auftauchen von US-Schiffen in der Ostsee und die regelmäßige Rotation von US-Bodentruppen ins Baltikum werden sicher nicht zur Entspannung beitragen, sondern den provozierten Konflikt mit Russland weiter anheizen. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)"




[HINWEIS: Alle Text werden als Fliess- bzw. Plain-Text erfasst; Schriftarten/-typen und eingebettete Bilder, Grafiken, Unterstreichungen, Hervorhebungen usw. werden dabei gar nicht, Zeilenwechsel nur in Ausnahmefällen berücksichtigt; eckige Klammern wurden ggf. durch geschweifte Klammern ersetzt. Bitte greifen Sie im Zweifelsfalle auf den Original-"Luftpost"-Artikel zurück, dessen Quelle weiter unten genannt wird; danke.]

--
Erfasst am 30.03.2014
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP05414_250314.pdf