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(Artikel * 2013) Russia Today
Nach einer Umfrage hält eine Mehrheit der Bürger 11 ehemaliger Sowjetrepubliken die Auflösung der Sowjetunion für einen schweren Fehler
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 206/13 * Seite 1 - 2
Themen: Geschichte; Identität * Armenien; Aserbaidschan; Georgien; Kasachstan; Kirgistan; Moldau/Moldawien; Russland; Tadschikistan; Turkmenistan; UdSSR; Ukraine; Weissrussland * Übersetzung : Jung, Wolfgang; Güterabwägung * Dok-Nr: 256666
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"Nach einer Umfrage hält eine Mehrheit der Bürger 11 ehemaliger Sowjetrepubliken die Auflösung der Sowjetunion für einen schweren Fehler

Mehrheit der Bürger in den jetzt unabhängigen ehemaligen Teilstaaten, dass die Aufsplitterung überwiegend Nachteile gebracht hat; das hat eine Umfrage ergeben. Gallup (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Gallup_ Organization), ein weltweit operierendes (US-)Meinungsforschungsinstitut, hat in 11 ehemaligen Sowjetrepubliken von den Teilnehmern an einer Umfrage wissen wollen: "War der Zusammenbruch der Sowjetunion von Vorteil (Benefit) oder von Nachteil (Harm) für Ihr (jetziges) Land?" Die Gallup-Umfrage (s. http://www.gallup. com/poll/166538/former-soviet-countriesharm-breakup.aspx) hat ergeben, dass insgesamt 51 Prozent der Befragten den Zusammenbruch der Sowjetunion als Nachteil und nur 24 Prozent ihre jetzige Unabhängigkeit als Vorteil ansehen. Die Kasachstaner, Aserbaidschaner und Turkmenen sehen den Zusammenbruch eher als Vorteil und nicht als Nachteil an. Für die Befragten in Armenien, Kirgisistan, der Ukraine, und Russland ist der dadurch angerichtete Schaden dreimal größer als der dadurch erziel te Nutzen. Die Meinung der Georgier ist gespalten. Aus der Umfrage geht auch hervor, dass diejenigen, die noch selbst in der UDSSR (der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) gelebt haben, deren Zusammenbruch dreimal häufiger als Schaden für ihr Land ansehen. Die Meinung der Befragten bis 30 Jahre ist gespalten – 33 Prozent sehen eher Nachteile, 30 Prozent eher Vorteile, 16 Prozent konnten sich nicht entscheiden (Neither) und 20 Prozent wussten nichts darüber oder verweigerten die Antwort (Don't know, Refused). Die Gallup-Studie belegt, dass Befragte mit Hochschulbildung die Trennung von Moskau eher als Vorteil sehen und nutzen. Nur auf Kirgisistan trifft das nicht zu. Die Staaten, in denen es andauernde Konflikte, Gewalt oder ethnische Spannungen gibt, sehen den Zusammenbruch der Sowjetunion eher als Schaden an. Leute, die angaben, "die meisten Menschen" in ihrem Heimatstaat hätten Angst, ihre politische Meinung zu sagen, wollten die Sowjetunion zurückhaben, während diejenigen, die angaben, dass "keiner" Angst haben müsse, die Unabhängigkeit ihres Landes begrüßten. In der Studie wird das so kommentiert: "Die Freiheit, die sie nach dem Zerfall der Sowjetunion erhofften, haben sie nicht bekommen." 30 Prozent der Bewohner von 11 ehemaligen Sowjetrepubliken, die glauben, künftige Generationen könnten mehr lernen und besser leben, sehen Vorteile in der gewonnenen Unabhängigkeit, 18 Prozent , die das nicht glauben, betrachten sie eher als Nachteil. In der Studie heißt es dazu: "Befragte, die bessere Chancen für ihre Kinder und höhere Erfolgsaussichten für sich selbst sehen, sagen eher, ihr Land habe von dem Zusammenbruch der Sowjetunion profitiert, als diejenigen, die keine Vorteile für sich sehen." 55 Prozent der Einwohner Russlands gaben an, ihre Lebenssituation habe sich verschlechtert, nur 19 Prozent halten sie nach dem Zusammenbruch für verbessert. Die Gallup-Studie beruht auf persönlichen Interviews mit jeweils mindestens 1.000 Befragten, die 15 Jahre oder älter waren; sie fand von Juni bis August 2013 in allen angegeben Staaten statt. Usbekistan, Litauen, Estland und Lettland gehörten früher auch zur Sowjetunion, waren aber von der Umfrage ausgeschlossen." [ENDE]


Originalquelle/n:
Russia Today, 21.12.13
http://rt.com/news/ussr-collapse-mistake-poll-585/

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

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Anmerkung/en und Kommentar/e des Übersetzers:
"(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit zwei Links und einer Ergänzung in Klammern versehen. Die Gallup Organization hat ihren Hauptsitz immer noch in den USA. Deshalb kann wohl ausgeschlossen werden, dass die Umfrageergebnisse geschönt wurden, weil man den Nachweis liefern wollte, wie zufrieden die Menschen in und mit der Sowjetunion eigentlich waren. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)"





[HINWEIS: Alle Text werden als Fliess- bzw. Plain-Text erfasst; Schriftarten/-typen und eingebettete Bilder, Grafiken, Unterstreichungen, Hervorhebungen usw. werden dabei gar nicht, Zeilenwechsel nur in Ausnahmefällen berücksichtigt; eckige Klammern wurden ggf. durch geschweifte Klammern ersetzt. Bitte greifen Sie im Zweifelsfalle auf den Original-"Luftpost"-Artikel zurück, dessen Quelle weiter unten genannt wird; danke.]

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Erfasst am 08.02.2014
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP20613_301213.pdf