Volltext

(Artikel * 2013) Flockau, Katja
Agents of Change Fraue und KLimaanpassung im ländlichen Tansania
in iz3w Nr. 335 * Seite 16 - 18
Themen: Entwicklungsprojekt; Frauen; Klima * Tansania * * Dok-Nr: 253093
Standorte: A3W Osnabrück; FDCL Berlin; iz3w Freiburg; Nicabüro Wuppertal; IfaK Göttingen; biz Bremen; EWNT Jena

Agents of Change im Einsatz
Frauen und Klimaanpassung im ländlichen Tansania

Frauen in Ostafrika sind in besonderem Maße vom Klimawandel betroffen. Bei Entwicklungsprojekten für Klimaanpassung wird dem nur zögerlich Rechnung getragen. Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern die Anerkennung von Frauen als »Agents of Change«. Der Begriff meint jene Frauen, die in einer aktiven Rolle ihr Umfeld voranbringen – hier bei der Klimaanpassung. Wer sind diese Frauen, was wollen sie und mit welchen Problemen sind sie konfrontiert?

von Katja Flockau

Der Wasserhahn am Verwaltungshaus bringt Grundwasser an die Oberfläche. Um den Hahn herum wächst jedoch wegen des hohen Salzgehaltes kein Pflänzchen. Im Dorf Makoja in der Region Dodoma im zentralen Tansania sinkt der Grundwasserspiegel seit Jahren. Die Landwirtschaft und private Haushalte in trockenen Gebieten Ostafrikas gelten als besonders betroffen von den Auswirkungen des Klimawandels (siehe Infokasten). Der Zeitaufwand zur Beschaffung von Wasser und Feuerholz wird größer. Wo die Familienversorgung zu den Aufgaben der Frau zählt, fällt dieser steigende Aufwand in ihren Bereich.
Die Niederschlagsrate in der Region Dodoma übersteigt nur in drei Monaten pro Jahr die Verdunstungsrate. Kurze, heftige Niederschläge spülen dann oft Land weg. Außerdem berichten die Menschen im Dorf von »False Rains«. Damit meinen sie den unzuverlässigen ersten Niederschlag der Regensaison, der die Saat einläutet, auf den in vergangenen Jahren aber oft eine längere Trockenperiode folgte, in der das Saatgut einging. Die Konsequenz ist Nahrungsmangel. Die Frauen in den Dörfern, zuständig für die Ernährung der Familie, sind die ersten, die auf ihre Mahlzeit verzichten. Auf die Frage nach Kompensationsstrategien nennen die BewohnerInnen in Makoja die Kürzung der Essensmenge pro Mahlzeit, die Kürzung auf zwei Mahlzeiten pro Tag und das Sammeln von wilden Kräutern.
Stärkere Betroffenheit macht Frauen jedoch nicht zu hilflosen Opfern. So argumentieren zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen. Sie fordern deren Anerkennung als Agents of Change. Das meint, dass Frauen oft Akteurinnen sind, die Innovationen entwickeln, um die Verbesserung der Lebensumstände zu bewirken. Wenn auch nirgends genau definiert, bedeutet die Aufgabe zweierlei: Ein nachhaltiger Lebensstil, bestenfalls mit klimaneutralen Innovationen, welche die Frauen aktiv in die Gesellschaft tragen.

Frauen als Umweltengel?
Große internationale Frauenorganisationen mit Klimaschwerpunkt wie die Women’s Environment and Development Organization fordern, Frauenbelangen stärkere Beachtung zu schenken. Frauen müssen in alle Projekte prozessual eingebunden werden. Das viel gepriesene Gender Mainstreaming reduziere sich oft darauf, die Frauen zwar in Projektarbeit einzubinden, das Recht auf Selbstbestimmung oder Landbesitz aber außer acht zu lassen. Die Projektarbeit der Mutter und die daraus resultierende Abwesenheit können dazu führen, dass die Töchter im Haushalt helfen müssen, anstatt zur Schule zu gehen. Die Soziologin Christa Wichterich warnt vor einer »Feminisierung der Umweltverantwortung«, wenn Frauen als die nachhaltigeren Menschen stilisiert werden und die Verbesserung der Umstände auf sie abgewälzt wird.
Die einzige prominente Frau, die diese
Rolle des Agent of Change erfüllte, war die kenianische Frauen- und Umweltaktivistin Wangari Maathai. Für das von ihr initiierte Green Belt Movement erhielt sie neben anderen Auszeichnungen den Friedensnobelpreis. Von der Bewegung, welche die one million tree campaign der Vereinten Nationen inspirierte, wurden etwa 30 Millionen Bäume gepflanzt, ein signifikanter Beitrag zu Klimaschutz und -anpassung in Ostafrika. Der öffentliche Erfolg Maathais brachte sie jedoch privat in Schwierigkeiten. Weil sie einen Gebäudebau verhinderte, wurde sie von der Regierung zur Staatsfeindin erklärt. Die Überschreitung der zugeschriebenen Handlungsgrenzen im Privaten brachte ihr die Scheidung ein. Ihr Ehemann initiierte diese mit der Begründung, dass sie »zu gebildet, zu stark, zu erfolgreich, zu stur« war.
Es stellt sich also auch die Frage, was die Forderung nach weiblichen Agents of Change für die Frauen persönlich bedeutet. Zwar darf dies kein Hindernis für Empowerment sein, doch wurden die persönlichen Auswirkungen von entwicklungspolitischen Forderungen in der Vergangenheit häufig vernachlässigt. Nur der Blick auf die konkreten Lebensbedingungen von Frauen, die sich den Problemen des Klimawandels mit Kraft, Kreativität und Durchsetzungsvermögen stellen, gibt Einblicke in die Herausforderungen, die sich den weiblichen Agents of Change stellen.

Eine private Landreform
Die Landwirtin Subira lebt ein augenscheinlich traditionelles Leben im Dorf Kelema, ebenfalls in der Region Dodoma. Sie bezeichnet sich als gläubige Muslima und ist seit 1991 verheiratet. Ende 2008 wurde Subiras Land als Auswirkung des El Niño durch eine starke Überschwemmung mit einer dicken Schicht Sand überspült. Die Felder nahe dem Fluss galten daraufhin als landwirtschaftlich unbrauchbar, weil der Sandboden weder Nährstoffe noch Feuchtigkeit halten kann.
Als Subira in der folgenden Trockenzeit dennoch Keimlinge aus dem Sandboden sprießen sah, beschloss sie, das Land nicht aufzugeben. Sie grub Löcher in den Sandboden, um Samen in die darunter liegende Erde zu pflanzen und füllte die Löcher später wieder mit Sand, um den Boden vor Austrocknung zu schützen. Die Ernte war hervorragend, und das während der Trockenzeit, die zuvor von Hungersnöten geprägt war. In den Folgejahren übernahmen immer mehr NachbarInnen diese Anbaumethode. Für die Dorfgemeinschaft ist der Nutzen groß. Durch die stete Bodenfeuchte werden im Flussbett inzwischen sogar Gemüsesorten angebaut, die es hier bislang nicht gab.
Die scheinbar einfache Erfolgsgeschichte brachte für Subira etliche Konflikte mit sich. Von der Dorfgemeinschaft und den Menschen in ihrem Umfeld wurde sie belächelt, als sie versuchte, im Sand anzubauen. Unterstützung erfuhr sie zunächst von einer Freundin, die nach einem gescheiterten Anbauversuch jedoch aufgab. Nach dem Auszug bei ihren Eltern musste Subira die Miete durch den Verkauf von Milch und Erdnüssen verdienen. Beim Verkauf der Milch lernte sie ihren Mann kennen, nach der Heirat pachteten sie ein Feld. Bald konnten sie ein Stück Land kaufen und ein Haus bauen. Dann verließ sie der Ehemann, der sich das gemeinsame Geld für den Hausbau von den Handwerkern zurückholte und abreiste. Lachend erzählt sie, wie ihr Mann zurückkehrte, als sie aus eigener Arbeit das Dach ihres Hauses decken ließ. Aber mit bitterem Unterton fügt sie an, dass sie seither klare Gütertrennung betreibt.
Mit dem Erfolg der innovativen Anbaumethode wurden Entwicklungsorganisationen und Regierungseinrichtungen auf Subira aufmerksam. Eine erfolgreiche Frau, die politische Positionen nicht scheut, wie sie als Vorsitzende einer Kulturgruppe und als Schatzmeisterin der Dorfapotheke beweist, ist für Projekte und Berichte wertvoll. Eines dieser Projekte ist der gemeinsame Kauf eines Traktors, inklusive einer Schulung für Einsatz, Wartung und Reparatur. Als Subira den Traktor auf der Nationalen Agrarmesse vorführte, erntete sie ungläubige Gesichter, weil sie als Frau auf dem Traktor fuhr. Der Traktor hilft ihr bei der Feldarbeit, aber auch, um Wasser in kleinere Dörfer in der Umgebung zu fahren. Allerdings ist sie mit Lästereien und Beleidigungen konfrontiert, seit sie den Traktor fährt. Die größten Probleme hat sie mit gesellschaftskonformen Frauen, die sie als »unweiblich« beschimpfen und ihren Mann beleidigen, indem sie ihn als untergeordnet bezeichnen. In ihrer selbstbestimmten Rolle stößt Subira beim Imam ebenfalls auf Ablehnung.
Bei ihren Innovationen, die als nachhaltige Klimaanpassungsstrategien vor Ort gehandelt werden, hat Subira keineswegs den Klimawandel im Blick. Mit der harten Arbeit bezweckt sie einen Aufstieg aus der vorgegebenen geschlechtlichen und gesellschaftlichen Rolle. Subiras Innovation ist dennoch auch eine direkte Antwort auf die klimabedingte Veränderung der Ackerflächen. Somit hat sie auf die landschaftliche Veränderung des Klimawandels reagiert, mit der Intention der wirtschaftlichen Absicherung. Sie selbst sagt dazu, dass es ihr nicht bewusst war, dass sie Erfinderin ist und in Bezug auf den Klimawandel agiert – bis NGOs kamen und es ihr ‚erklärten’.

Trommeln für Unabhängigkeit
Im Dorf Makoja berichten die Frauen von einer anderen, mittelbaren Auswirkung des Klimawandels. Viele Männer verlassen ihre Familien, um sie finanziell zu unterstützen, schicken dann jedoch keine Zuwendungen. Einige kehren nach ungewisser Zeit mit leeren Taschen zurück. Ein beliebter Zeitpunkt dafür ist das Ende der Erntezeit, wenn der Tisch gedeckt ist. Da die Frauen zumeist keine Besitzrechte an den Feldern haben, müssen sie die Ernte mit dem Mann teilen.
Eine Frau erzählt von den Schwierigkeiten beim Versuch, die Scheidung einzureichen. Sie hatte in Abwesenheit ihres Mannes ein neues Haus gebaut. Da dieses auf seinem Grundstück steht, kann sie im Fall der Scheidung nicht dort wohnen. Zudem würde sie ihre Felder verlieren. Nur mit dem Rückhalt ihrer Familie sähe sie eine Chance, sich von ihrem Mann zu trennen. Doch die Eltern haben bei der Hochzeit einen Brautpreis von 16 Rindern bekommen, den sie nicht zurückzahlen können. So leben zahlreiche Frauen in Makoja in Ungewissheit. Der Dorfvorstand schätzt die Rate der Männer, die ihre Familien zeitweilig verlassen, ohne diese zu unterstützen, auf 20 bis 25 Prozent.
Mit solchen Frauen gründete Lucy die Interessensgemeinschaft Raia Makini, eine weibliche Theater- und Trommelgruppe. Lucy lebt als unverheiratete Mutter mit ihren zwei Kindern in Makoja und verdient ihren Lebensunterhalt mit der Landwirtschaft. Zusätzlich engagiert sie sich in verschiedenen Ehrenämtern. Die Frauen von Raia Makini unterstützen sich bei ihren alltäglichen Problemen. Zu Beginn waren sie durch eine NGO in ein Projekt zur Wähleraufklärung eingebunden. Dabei führten sie Tänze und kurze Szenen auf, um über das Wahlsystem zu informieren. Ihre Aufführungen wurden über die Dorfgrenzen hinweg bekannt und gebucht. Inzwischen referieren sie zu Themen wie Gender, Klimawandel und Umweltschutz. Von der Gage für die Auftritte pachten die Frauen Land, das sie gemeinsam bewirtschaften, um den Gewinn zu maximieren. Somit haben sie gemeinsam einen Weg gefunden, um sich finanziell unabhängiger zu machen.
Allerdings erleben sie im Dorf Beleidigungen und Intrigen. Insbesondere Lucy ist davon betroffen, weil sie die Gruppe initiiert hat. Durch den Erfolg von Raia Makini bilden sich andererseits in Makoja und den umliegenden Dörfern weitere Frauengruppen, die sich bei Lucy Rat holen. Um ihnen eine Plattform zu geben, stieß Lucy 2010 ein Gender-Festival an, bei dem ein Wettbewerb stattfand. Andere Frauen versuchten dieses Festival zu sabotieren, indem sie es in Lucys Namen absagten. Auch seitens des Dorfvorstands bekommt die Gruppe immer wieder Probleme. Lucys Erklärung für diese Schwierigkeiten ist der Neid der Leute, insbesondere des Dorfvorstandes, der hohe Anteile von den Auftrittsverdiensten fordert.

Mut zu neuen Wegen
Die Biographien von Subira und Lucy weisen im Zusammenhang mit ihrer Rolle als Agents of Change etliche Gemeinsamkeiten auf. Sie strebten nach der Erweiterung des Handlungsspielraums, der aufgrund des Geschlechts eingeschränkt war. Dabei ging es ihnen nicht bewusst um die Neustrukturierung der Rollenverständnisse. Aber um persönlich weiterzukommen, mussten sie aus gängigen Handlungsroutinen aussteigen. Beide Frauen haben den Mut, neue Wege zu gehen: Lucy als selbstgewählt alleinerziehende Mutter, Subira als traktorfahrende Muslima. Für den Aufstieg gegenüber der alten Frauenrolle führen sie technische oder soziale Innovationen durch.
Beiden Frauen ist es darüber hinaus wichtig, dass diese Innovationen und neuen Werte weiter getragen werden. Sie setzen sich auch für andere Frauen ein. Lucy nutzt die Arbeit in der Gemeinde und die Auftritte der Gruppe, um ihre Werte zu vermitteln. Subira gibt weiterhin Kurse im Traktorfahren und für nachhaltige Anbaumethoden. Die Frauen haben also nicht nur den eigenen Aufstieg zum Ziel, sondern auch die Verbesserung der Lage anderer. Die wachsende Solidarität zwischen Beratenden und Beratenen lockert die Sonderstellung von Lucy und Subira. Sie haben trotz Anfeindungen positive Anknüpfungspunkte im jeweiligen Dorf.
Beide wandeln mit ihrer Sonderrolle auf einem Grat zwischen familiärer Eingebundenheit und Selbstbestimmung. Sie bleiben trotz des Erfolgs und der Probleme in ihren Dörfern und halten engen Kontakt zu den Familien, auch wenn diese sie um Geld betrügen, und zu Freunden, auch wenn diese schlecht über sie reden. Durch diese Rückversicherung können die Frauen die Risiken eingehen, die eine Innovation mit sich bringt. Gerade wegen des Strebens nach Selbständigkeit stellen beide Frauen ein Netz aus Beziehungen zusammen, das Sicherheit bei Experimenten oder Rebellionen bietet.
Die genannten Gemeinsamkeiten sollen nicht den Anschein erwecken, es bedürfe eines bestimmten Charakters, um Agent of Change zu werden. Da jeder Mensch Handlungsvermögen besitzt, steckt in jedem das Potenzial zum Agent of Change. Durch die Steigerung des Handlungsvermögens und Anregung zu kreativem Handeln kann es vergrößert werden. Es kann allerdings mit großen Herausforderungen verbunden sein, wenn sich Frauen in patriarchalen Gesellschaften aus ihrer zugeschriebenen Rolle heraus begeben, um eine Veränderung zu erreichen. Wenn Projekte beabsichtigen, Frauen als Agents of Change bei der Klimaanpassung zu unterstützen, so gilt es auch, die Herausforderungen dieser Frauen vor Ort zu berücksichtigen.


Katja Flockau hat in Göttingen Ethnologie studiert und in Tansania und Mali über Frauen und Klimaanpassung geforscht.


Klimawandel, Entwicklungspolitik und Gender
Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) prognostizierte 2007 für Afrika steigende Temperaturen, für Ostafrika einen Anstieg um 3-4°C bis zum Jahr 2099. Regionale Szenarien liegen für den zweitgrößten Kontinent der Erde kaum vor. Zusammenfassend wird die Ausweitung unfruchtbarer Trockengebiete prognostiziert. Das IPCC rechnet für den Kontinent mit einem Ernterückgang von bis zu 50 Prozent für den Zeitraum 2000-2020 und 90 Prozent bis 2100. Zudem werden negative Auswirkungen auf Ökosysteme, Gesundheit, Tourismus, Energie und Infrastruktur vorhergesagt. Afrika ist damit der verletzbarste Kontinent für den Klimawandel. Aus Sicht des IPCC ist in Afrika die Anpassung an den Klimawandel »keine Option, sondern eine Notwendigkeit«.
Die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen im zentralen Tansania betreffen in überdurchschnittlichem Ausmaß die Frauen. Übertragbar ist das sicherlich auch auf andere Regionen. Zur finanziellen Sicherung der Familie leisten viele Männer Lohnarbeit – oft landwirtschaftliche Saisonarbeit in anderen Teilen des Landes oder Industriearbeit. Dann übernehmen die Frauen die landwirtschaftlichen Aufgaben allein. Ihnen obliegt die Versorgung des Haushalts, zum Beispiel mit Wasser. Hinzu kommen gehäufte gesundheitliche Probleme durch Mangelernährung, die Ausbreitung von Malaria und Dengue, sowie Keime in Wasser und Nahrung und daraus folgende Krankheiten. Die Pflege der Erkrankten lastet meist auf den Frauen.
Zwar ist bei der Rio-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 die Berücksichtigung von Frauen in die Agenda21 eingegangen. Das fand in den Klimakonferenzen der UN allerdings wenig Interesse. Insgesamt offenbaren die Klimaverhandlungen laut der Politikwissenschaftlerin Liane Schalatek eine »hartnäckige Geschlechterblindheit«. Die Soziologin Birte Rodenberg kritisiert, dass der Fokus auf den globalen Klimawandel die lokale Ebene vernachlässige. Der naturwissenschaftlich-technische Fokus bei der Umsetzung von Entwicklungsprojekten dränge Fragen von Macht und Governance an den Rand. So bleiben Frauen tendenziell unberücksichtigt.
Innerhalb der Entwicklungspolitik findet dagegen die Debatte um geschlechterspezifische Aspekte in Klimadiskursen zunehmend Raum. Das zeigt bereits Wirkungen auf politischer Ebene. So wurde beispielsweise der Themenschwerpunkt ‚Gender und Klimawandel’ in den entwicklungspolitischen Gender-Aktionsplan des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aufgenommen.