Volltext

(Artikel * 2013) Roberts, Paul Craig
Washingtons Streben nach Weltherrschaft führt in den Krieg
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 116/13 * Seite 1 - 3
Themen: Ausbildung; Außenpolitik; Geschichte; Krieg; Militär/Militarismus; NATO * China; Dänemark; Georgien; Mongolei; Russland; USA; Abchasien; Südossetien; Nordossetien-Alanien * US-Militärbasen; Michail Saakaschwili; NATO-Osterweiterung; Übersetzung : Jung, Wolfgang; NATO-Mitgliedschaft; US-Militärmanöver; Einkreisungspolitik * Dok-Nr: 252651
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"Washingtons Streben nach Weltherrschaft führt in den Krieg

Vor fünf Jahren hat Micheil Saakaschwili (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Micheil_Saakaschwili ), der Präsident Georgiens, der durch die von den USA mitinszenierte "Rosenrevolution" (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenrevolution ) an die Macht kam, einen militärischen Überfall auf Südossetien gestartet; diese vorher georgische Provinz (hatte sich 1992 nach einem Referendum) von Georgien gelöst (und dem zu Russland gehörenden Nordossetien angeschlossen). Bei dem Angriff georgischer Truppen wurden zahlreiche Osseten und Soldaten einer russischen Friedenstruppe getötet. (Weitere Infos zu dem Konflikt um Südossetien sind nachzulesen unter:

http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP12908_100808.pdf ,
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP13408_130808.pdf .
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP13508_140808.pdf ,
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP14008_190808.pdf ,
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP14108_200808.pdf ,
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP14408_220808.pdf ,
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP14608_240808.pdf ,
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP15108_290808.pdf ,
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP15308_310808.pdf ,
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP16408_100908.pdf und
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_12/LP08112_200412.pdf .)

Als Russland militärisch reagierte, wurde die von den USA ausgerüstete und trainierte Armee Georgiens zum Entsetzen Saakaschwilis und seiner Sponsoren in Washington in nur fünf Tagen außer Gefecht gesetzt. Washington hatte mit der Ausbildung und Ausrüstung des georgischen Militärs bereits 2002 begonnen und führt auch heute noch gemeinsame Militärmanöver mit Georgien durch. Im März und April dieses Jahres hat wieder eine gemeinsame Militärübung stattgefunden. Außerdem versucht Washington hartnäckig, Georgien die Mitgliedschaft in der NATO zu verschaffen. Die meisten Analysten halten es für sehr unwahrscheinlich, dass Saakaschvili aus eigenem Antrieb das Friedensabkommen mit Russland gebrochen und russische Truppen angegriffen hat. Sie gehen davon aus, dass er seinen Überfall mit seinen Sponsoren in Washington abgestimmt hatte. Saakaschvilis Versuch, sich Südossetien zurückzuholen, bot Washington die Gelegenheit, Russlands Reaktion zu testen. Washington sah den Überfall als Möglichkeit an, die russische Regierung zu reizen und auszuloten, ob sie überhaupt und – wenn ja – auch militärisch reagieren würde. Wenn Russland tatenlos geblieben wäre, hätte seine Regierung damit zugeben müssen, dass sie die Interessen Russlands und das Leben seiner Bürger nicht mehr schützen kann. Als Russland militärisch antwortete, konnte ihm Präsident George Bush vorwerfen, nur auf einen Anlass gewartet zu haben, um in ein "demokratisches Land" mit einem von Washington installierten Präsidenten einfallen zu können. Bei der Gelegenheit konnte sich Washington auch gleich Einblick in die taktischen und operativen Fähigkeiten der russischen Armee verschaffen. Nordossetien gehört zu Russland. Südossetien reicht nach Georgien hinein. 1801 wurden Nordossetien und Georgien in Russland eingegliedert und gehörten auch zur Sowjetunion. Nach russischem Recht haben alle Bürger der (aufgelösten) Sowjetunion Anspruch auf die russische Staatsbürgerschaft. Russland hat Georgien zwar in die Selbständigkeit entlassen, aber Südossetien und Abchasien haben sich in den 1990er Jahren von Georgien losgesagt (und Russland angeschlossen). Wenn es Washington schafft, Georgien in die NATO aufnehmen zu lassen, würde ein weiterer Versuch Georgiens, das abgesprungene Südossetien zurückzuholen, den Konflikt sofort eskalieren. Ein von Georgien provozierter Gegenschlag (Russlands) hätte einen Angriff der USA und der NATO auf Russland zur Folge. Obwohl Europa (durch die Aufnahme Georgiens in die NATO) in einen Krieg mit Russland hineingezogen werden könnte, hat sich der Chef der Dänischen Heimwehr (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Hjemmev%C3%A6rnet ) in diesem Monat im Auftrag Washingtons in Georgien aufgehalten, um über eine Zusammenarbeit zwischen den Verteidigungsministerien Dänemarks und Georgiens bei regionalen Sicherheitsproblemen zu reden. Georgien liegt im Osten des Schwarzen Meeres. Welche "regionalen Sicherheitsprobleme" könnte Georgien mit Dänemark und der North Atlantic Treaty Organization / NATO gemeinsam haben? Die NATO wurde gegründet, um Westeuropa gegen einen sowjetischen Angriff zu verteidigen. Finnland und Schweden blieben während des Kalten Krieges neutral, haben sich jetzt aber beide der NATO angenähert. Obwohl die NATO mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion eigentlich ihre Existenzberechtigung verloren hat, wurde sie stark ausgeweitet und schließt jetzt auch Staaten ein, die früher zum Einflussbereich des Sowjetimperiums gehörten. Die NATO unterstützt die militärischen Aktivitäten der USA und stellt Truppen für alle US-Angriffskriege zur Verfügung. Georgische Soldaten haben für Washington schon im Irak gekämpft und kämpfen heute noch für Washington in Afghanistan. Washington hat die NATO bestehen lassen, um sie in eine Söldnerarmee in Diensten des US-Imperiums umzuwandeln. Mit einem gegenwärtig in der Mongolei durchgeführten Militärmanöver provozieren die USA nicht nur Russland, sondern China gleich mit. An diesem Manöver nehmen auch Soldaten aus Südkorea und Tadschikistan, einer ehemaligen Sowjetrepublik, teil. Washington gibt vor, mit solchen Übungen "das Zusammenwirken friedliebender Staaten" festigen zu wollen. Offensichtlich sollen die Streitkräfte weiterer Staaten in die Armeen des US-Imperiums integriert werden. Nimmt die US-Bevölkerung eigentlich zur Kenntnis, dass Washington auf der ganzen Welt Militärmanöver durchführt, Russland und China mit Militärbasen umzingelt und mit dem AFRICOM (in Stuttgart) auch noch ein für ganz Afrika zuständiges Regionalkommando betreibt? Sind der Kongress und die US-Bevölkerung mit dieser Politik "USA über Alles" einverstanden? Sollten Washington und der es beherrschende militärisch-sicherheitstechnische Komplex nicht gestoppt werden, bevor ihre Aggressivität einen Atomkrieg auslöst?" [ENDE]


Originalquelle/n:
Institute for Political Economy, 08.08.13
http://www.paulcraigroberts.org/2013/08/08/washingtons-drive-for-hegemony-is-a-drive-to-war-paul-craig-roberts/

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

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Anmerkung/en und Kommentar/e des Übersetzers:
"(Wir haben den alarmierenden Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern versehen. Informationen über den Autor sind aufzurufen unter http://en.wikipedia. org/wiki/Paul_Craig_Roberts . Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)"




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Erfasst am 16.08.2013
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP11613_160813.pdf