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(Artikel * 2011) FOX NEWS
Der Verlust einer CIA-Spionagedrohne deutet auf einen verdeckten Konflikt zwischen den USA und dem Iran hin
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 237/11 * Seite 1 - 4
Themen: Geheimdienst; Konflikt; Militär/Militarismus; Technologietransfer * Iran; USA * Low Intensity Warfare; Spionage; Atomprogramm; verdeckte Operationen; Central Intelligence Agency - CIA; Drohnen; Übersetzung : Jung, Wolfgang * Dok-Nr: 237133
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"Der Verlust einer CIA-Spionagedrohne deutet auf einen verdeckten Konflikt zwischen den USA und dem Iran hin

Der Verlust einer mit modernster Überwachungstechnologie ausgestatteten Spionagedrohne der CIA über dem Iran ist mehr als ein Propaganda-Coup und Glückstreffer für die Teheraner Regierung. Der abgefangene Flugkörper hat einen der Schleier der Geheimhaltung gelüftet, unter denen die US-Operationen gegen das Militär und das Atomprogramm des Irans verborgen sind. Wie der Abschuss des US-Spionageflugzeuges vom Typ U-2 durch die Sowjetunion während des Kalten Krieges hat die dem Iran in die Hände gefallene Drohne ein Schlaglicht auf einen Teil der Spionagetätigkeit der USA – diesmal gegen den Iran – geworfen. Der Iran hat die USA und ihre Verbündeten beschuldigt, ihn mit Cyberattacken und Sabotageakten zu bedrängen und bereits mehrere iranische Wissenschaftler ermordet zu haben. Die USA werfen der iranischen Regierung vor, am Töten von US-Soldaten in Afghanistan beteiligt zu sein und ein Attentat auf den saudischen Botschafter in Washington geplant zu haben. "Es beginnt sich abzuzeichnen, dass bereits ein kaum verdeckter, immer gewaltsamer werdender, weltweit ausgetragener Mantel-und-Degen-Konflikt (zwischen den USA und dem Iran) im Gang ist," sagte Thomas Donnelly, ein früherer Regierungsangestellter und Militärexperte des American Enterprise Institute, auf einer Konferenz in Washington. (Infos zu diesem Institut s. http://de.wikipedia.org/wiki/American_Enterprise_Institute) Die verdeckten Operationen sind viel zahlreicher, als die Leute ahnen," erklärte Stephen Hadley, der ehemalige Nationale Sicherheitsberater des Präsidenten George W. Bush. "Die USA müssen alles versuchen, was möglich ist." Hadley fügte hinzu, wenn der Iran sich auch weiterhin den Beschlüssen der Vereinten Nationen widersetze und seinen atomaren Ehrgeiz nicht zügele, werde der verdeckte Konflikt "nur noch bösartiger" werden. Einige Historiker und außenpolitische Experten haben den Verlust der Drohne mit dem Abschuss des U-2-Spionageflugzeugs und der Gefangennahme des Piloten Francis Gary Powers durch die Sowjetunion (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Gary_Powers) im Jahr 1960 verglichen. Während sich die USA und die Sowjetunion häufig vor den Augen der Weltöffentlichkeit stritten, wurde nur selten etwas über die Spionageaktionen beider Seiten bekannt. "Als ich von dem Verlust der Drohne hörte, war mein erster Gedanke: Gott sei Dank saß da kein Pilot drin," sagte Francis Gary Powers Jr., der Sohn des U-2 Piloten und Gründer des Cold War Museum (des Museums zum Kalten Krieg, s. http://www.coldwar.org/). "Sie führten beide Spionageaufträge aus, und beide machten Fotos. Beide sollten im Auftrag der US-Regierung geheimdienstliche Erkenntnisse über unsere Gegner sammeln," erklärte Powers. Im Unterschied zu damals seien aber keine Familienmitglieder zu verständigen gewesen, und niemand sei in einem fremden Land in Gefangenschaft geraten. Der U-2-Abschuss hatte die US-Militärplaner schockiert; sie waren davon ausgegangen, dass die neu entwickelte, sehr hoch fliegende Maschine nicht von sowjetischen Raketen erreicht werden könnte. Jetzt hat der Iran behauptet, es sei ihm mit modernsten Mitteln der elektronischen Kriegsführung gelungen, die Drohne vom Typ RQ-170 Sentinel zu orten, unter Kontrolle und zum Landen zu bringen. Der Iran hat am Donnerstag Fernsehbilder eines Flugkörpers ausgestrahlt, bei dem es sich nach Aussage ehemaliger und aktiver US-Offizieller um die vermisste Sentinel-Drohne handelt. Der ferngesteuerte Flugkörper scheint nur wenig beschädigt zu sein. Der Iran hat sich am Freitag bei den Vereinten Nationen über "provokative, verdeckte Operationen der USA" beschwert. Die Teheraner Regierung bezeichnete den Flug der Drohne als "eklatante und unprovozierte Verletzung des iranischen Luftraums", die sie als "feindlichen Akt" betrachte. US-Offizielle teilten am Freitag mit, nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste habe der Iran nichts zum Verlust der Drohne beigetragen – weder durch Abschuss, noch durch elektronische Cyberattacken. Die Drohne sei durch eine Fehlfunktion verlorengegangen. Sie wollten sich nur anonym äußern, weil der Drohneneinsatz der Geheimhaltung unterliegt. Einige US-Experten begegneten der Behauptung des Irans, durch einen Cyberangriff in den Besitz der Drohne gelangt zu sein, mit Skepsis. Andere halten es durchaus für möglich, dass der Iran durch die im Oktober von Russland angekündigte Lieferung von auf Lastwagen montierten Anlagen zur elektronischen Kriegsführung die Fähigkeit zu einem solchen Angriff erworben haben könnte. Die RQ-170 sei schwer zu orten, aber nicht unverwundbar, äußerte der Fernsteuerungsexperte Peter Singer von der Brookings Institution in Washington (s. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Brookings_Institution). Singer, der viel über Drohnen geschrieben hat, bestätigte, dass Russland eine geheim gehaltene Anzahl von auf Lastwagen montierten Systemen zur elektronischen Kriegsführung das Typs IL-222 Avtobaza an Teheran geliefert hat. Er sagte, dabei handle es sich um "eine wirklich gute elektronische Ausrüstung"; nach Berichten sollen dazu neben einem Radargerät, das Drohnen orten kann, auch andere Geräte gehören, mit denen sich die Datenkommunikation der Drohnen beeinflussen lässt. Bisher habe aber noch kein Land demonstriert, dass es die Kontrolle über eine ferngesteuerte Spionagedrohne übernehmen könne, äußerte Theodore Karasik, ein Sicherheitsexperte des in Dubai angesiedelten Institute for Near East and Gulf Military Analysis (des Institutes für militärische Analysen über den Mittleren Osten und die Golfregion, s. http://www.inegma.com/). Kandidaten, die das vielleicht könnten, seien China und Russland, wobei Russland schon auf diesem Gebiet geforscht habe. Karasik meinte, einer der beiden Staaten könne dem Iran beim Einfangen der US-Drohne geholfen haben. Die Tarnkappen-Drohne leiste den USA gute Dienste, weil sie die "ständige Überwachung" der iranischen Atomanlagen ermögliche. Die USA und ihre Verbündeten vermuten, dass der Iran im Schutz seines zivilen Atomprogramms auch Atomwaffen entwickelt – eine Anschuldigung die Teheran hartnäckig zurückweist. John Pike von GlobalSecurity.org (s. http://www.globalsecurity.org/), ein Experte für Verteidigung und Geheimdienste, sagte, durch die dauernde Luftüberwachung von Atomanlagen durch Drohnen sei auch der Fahrzeugverkehr zwischen den Anlagen unter Kontrolle. Aus (von Drohnen gelieferten Filmen und) Bildern könnten Militärplaner auch ersehen, wann die meisten Beschäftigten in einer Anlage arbeiten, was wichtig sei, falls der US-Präsident einen Militärschlag gegen das Atomprogramm des Irans befehle. "Die Gebäude sollen sicher dann bombardiert werden, wenn sich die meisten Menschen darin aufhalten," erklärte Pike, weil bei der Entwicklung von Atomwaffen die Techniker, Wissenschaftler und anderen Experten sehr viel wichtiger seien, als die bestehenden Anlagen. "Die Menschen könnten die Gebäude wieder aufbauen, die Gebäude können aber nicht die Menschen ersetzen," meinte er. Nach Meinung von Experten war die US-Drohne wahrscheinlich mit einem Hightech-Radarsystem und anderen Spezialsensoren, einschließlich solchen zur Überwachung von Atomanlagen, ausgestattet. Wenn der Iran diese sorgfältig analysiert, könnten sie ihm vielleicht Aufschluss darüber geben, wie er seine Atomanlagen besser vor der Kontrolle durch die USA schützen kann. Auch Russland, China, Nordkorea und andere (Atomwaffen-)Staaten könnten sich für das Innenleben der Sentinel-Drohne interessieren. US-Drohnen haben zum Beispiel Triebwerke, die es ihnen erlauben, tagelang über einem Gebiet zu patrouillieren. Man nimmt an, dass China gerade versucht, diese Technologie zu meistern. Singer meinte, es sei für ein einzelnes Land schwierig, eine technologische Goldgrube wie die gestrandete Sentinel auszubeuten, gemeinsam mit anderen könne man es aber versuchen. "Es ist niemals leicht, so etwas wie ein Radarsystem zu rekonstruieren, aber wenn man über ein intaktes oder nur leicht beschädigtes Exemplar verfügt und es aus der Nähe studieren kann, ist es sehr viel einfacher," erläuterte er. Francis Gary Powers Jr. betonte, die Spionage-Technik entwickle sich sehr schnell weiter. Nach dem Abschuss der von seinem Vater geflogenen U-2 habe die CIA die Spionageflüge für mehrere Monate ausgesetzt; in dieser Zeit hätten die USA aber ihren ersten Spionagesatelliten gestartet, der sehr viel mehr Informationen sammeln konnte.

Die AP-Reporter Lolita Baldor und Kimberly Dozier in Washington und Adam Schreck in Dubai trugen zu diesem Bericht bei." [ENDE]


Originalquelle/n:
FOX NEWS.com
The Associated Press, 10.11.12
http://www.foxnews.com/us/2011/12/10/cia-spy-plane-loss-exposes-covert-us-iran-conflict/

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

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Anmerkung/en und Kommentar/e des Übersetzers:
"(Wir haben die AP-Meldung komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern und Hervorhebungen versehen. Sie wurde sogar von FOX NEWS, dem rechten US-TV-Sender, der dem Iran sicher gern angehängt hätte, zu lügen und zu tricksen, unverändert und unkommentiert veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund erscheint die Ente, die DER SPIEGEL verbreitet hat, als besonders dreister Irreführungsversuch. Am 09.12.11 war auf der Website des so genanten Nachrichtenmagazins unter http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,802767,00.html tatsächlich zu sehen und zu lesen, was wir nebenstehend eingefügt haben. Anschließend drucken wir den englischen Originaltext der AP-Meldung ab."




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Erfasst am 16.12.2011
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP23711_151211.pdf