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(Artikel * 2011) Mostaghim, Ramin; Zavis, Alexandra
Der Iran behauptet , sein Militär habe eine US-Drohne eingefangen Die NATO sagt , es könnte sich um eine unbewaffnete US-Drohne handeln , die letzte Woche über dem Westen Afghanistans außer Kontrolle geriet . Es ist noch nicht geklärt , ob sie abgeschossen wurde .
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 232/11 * Seite 1 - 2
Themen: Geheimdienst; Militär/Militarismus; Rüstung/Waffen * Iran; USA * Atomwaffen; Atomprogramm; Urananreicherung; Luftraumverletzung; Drohnen; Übersetzung : Jung, Wolfgang; Unmanned Arial Vehicle - UAV * Dok-Nr: 237128
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Der Iran behauptet, sein Militär habe eine US-Drohne eingefangen

Die NATO sagt, es könnte sich um eine unbewaffnete US-Drohne handeln, die letzte Woche über dem Westen Afghanistans außer Kontrolle geriet. Es ist noch nicht geklärt, ob sie abgeschossen wurde.


Iranische Medien berichteten am Sonntag, nach offiziellen Angaben hätten die Streitkräfte des Irans eine US-Drohne abgefangen, die den Luftraum an der Ostgrenze des Landes verletzt habe. Die offizielle Nachrichtenagentur der Islamischen Republik teilte unter Berufung auf einen Militärsprecher mit, der Flugkörper sei bei der Landung nur leicht beschädigt worden und befinde sich jetzt im Besitz der Streitkräfte. Die US-geführten NATO-Truppen im benachbarten Afghanistan erklärten, bei dem von den iranischen Behörden erwähnten Flugkörper könnte es sich um eine unbewaffnete US-Aufklärungsdrohne handeln, die Ende letzter Woche während eines Einsatzes über dem Westen Afghanistans abhanden gekommen sei. "Die Operatoren verloren die Kontrolle über das Unmanned Arial Vehicle / UAV (das unbemannten Luftfahrzeug) und versuchten herauszufinden, was mit ihm passiert war," gab die International Security Assistance Force / ISAF der NATO in Afghanistan in einer kurzen Erklärung bekannt. In ersten Berichten aus dem Iran hieß es, die Drohne sei abgeschossen worden. Dann meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur FARS, die der Iranischen Revolutionsgarde (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Iranische_Revolutionsgarde) nahesteht, unter Berufung auf einen Offizier, eine iranische Einheit für elektronische Kriegsführung habe es geschafft, die Kontrolle über den Flugkörper zu übernehmen und ihn "in ihren Besitz" zu bringen (FARS-Meldung s. http://english.farsnews.com/newstext.php?nn=9007276253). Der Offizier erklärte gegenüber FARS: "Die Antwort des iranischen Militärs auf die Verletzung unseres Luftraums durch eine US-Spionagedrohne wird nicht auf die Grenzen des Irans beschränkt bleiben." (Übersetzter Originaltext der FARS-Meldung)

Iranische Spezialisten identifizierten den Flugkörper als eine RQ-170 TarnkappenDrohne, die von (der US-Rüstungsfirma) Lockheed Martin hergestellt wird. Die USA haben den Einsatz von Sentinel-Drohnen nicht bestätigt; es wurde aber berichtet, dass mindesten eine dieser Drohnen während der Operation, bei welcher Osama bin Laden getötet wurde – das Versteck des Al-Qaida-Chefs in Pakistan überwacht haben soll. (s. dazu auch http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP07711_050511.pdf) Die iranischen Nachrichtenagenturen haben zunächst keine Bilder des angeblich eingefangenen Flugkörpers veröffentlicht. Iranische Offizielle haben schon früher Ähnliches berichtet. Im Juli verbreiteten Nachrichtenagenturen die Meldung, nach Aussage eines Abgeordneten habe die Revolutionsgarde eine US-Drohne abgeschossen, die Informationen über eine unterirdische Urananreicherungsanlage in der Nähe der Stadt Qom sammeln sollte. Die Garde dementierte aber später diese Meldung und erklärte, bei einer Luftabwehr-Übung sei nur ein Testziel getroffen worden. Die wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms ohnehin schon angespannten Beziehungen Teherans zu den USA und ihren westlichen Verbündeten verschlechterten sich letzte Woche weiter, weil wütende Demonstranten in die britische Botschaft und eine Wohnanlage für Diplomaten in Teheran eingedrungen waren. Großbritannien hat seine Botschaft am Mittwoch geschlossen und die iranischen Diplomaten in London aufgefordert, die Stadt innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. Aus Solidarität mit Großbritannien haben Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande ihre Botschafter vorübergehend aus Teheran zurückgerufen. Am Donnerstag verhängte die Europäische Union neue Sanktionen gegen 180 iranische Personen, Gesellschaften und Organisationen – als Antwort auf einen IAEA-Bericht, in dem behauptet wird, Teheran führte Tests durch, um den Bau einer Atomwaffe voranzutreiben. Der Iran besteht weiterhin darauf, dass sein Atomprogramm nur zivilen Zwecken dient. (s. dazu auch http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP20711_111111.pdf)

Sonderkorrespondent Mostaghim berichtete aus Teheran, Times-Reportein Zavis aus Beirut." [ENDE]


Originalquelle/n:
Los Angeles Times, 04.12.11
http://www.latimes.com/news/nationworld/world/la-fg-iran-drone-20111205,0,2353619.story

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

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Anmerkung/en und Kommentar/e des Übersetzers:
"(Wir haben den Artikel, aus dem auf jeden Fall hervorgeht, dass eine kaum zu ortende Spionagedrohne der USA widerrechtlich in den iranischen Luftraum eingedrungen ist, komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern und Hervorhebungen versehen. Unter http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP23809_301009.pdf sind weitere Informationen über US-Drohnen und die Arbeit ihrer Operatoren in den USA aufzurufen. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)"




[HINWEIS: Alle Text werden als Fliess- bzw. Plain-Text erfasst; Schriftarten/-typen und eingebettete Bilder, Grafiken usw. werden dabei gar nicht, Zeilenwechsel nur in Ausnahmefällen berücksichtigt; eckige Klammern wurden ggf. durch geschweifte Klammern ersetzt. Bitte greifen Sie im Zweifelsfalle auf den Original-"Luftpost"-Artikel zurück, dessen Quelle weiter unten genannt wird; danke.]

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Erfasst am 15.12.2011
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP23211_091211.pdf