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(Artikel * 2011) Baron, Kevin
Mullen bedankt sich bei Bahrains König für dessen Verhalten bei den Unruhen
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 039/11 * Seite 1 - 2
Themen: Außenpolitik; Geheimdienst; Militär/Militarismus; Regierung * Bahrain; USA * Revolte; US-Militärbasis; Übersetzung : Jung, Wolfgang; Anti-Terroreinheit * Dok-Nr: 227546
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"Mullen bedankt sich bei Bahrains König für dessen Verhalten bei den Unruhen

MANAMA, Bahrain – In den Straßen des Diplomatenviertels war es ruhig, als sich Admiral Mike Mullen (der Chef des US-Generalstabes) am Donnerstagabend mit Bahrains König Hamad ibn Isa al-Khalifa traf, um mit ihm über die politischen Unruhen in dessen Land zu sprechen; dabei bot er dem Militär Bahrains auch militärischen Beistand an. Schon Stunden vor den am nächsten Morgen nach dem Freitagsgebet in den Straßen der Hauptstadt Manama erwarteten Massenprotesten traf Mullen in der US-Militärbasis mit Marineinfanteristen von der Sicherheitsabteilung zusammen, die für den Schutz der US-Botschaft (in Manama) zuständig ist. Auf der Titelseite der in englischer Sprache erscheinenden DAILY TIMES waren unter der fetten Schlagzeile "U.S. reiterates full backing for Bahrain" (Die USA wiederholen, dass sie voll hinter Bahrain stehen) ein Farbbild von Mullens Treffen mit dem König und ein längerer Artikel dazu abgedruckt. Mullens Sprecher, Capt. (Kapitän) John Kirby, erklärte, der Generalstabschef habe sich nach dem Standpunkt des Königs erkundigt und ihm für seine sehr gemäßigte Reaktion auf die öffentlichen Unruhen (in Bahrain) gedankt. Obwohl die Stadt, seitdem sich das Militär am 19. Februar aus den Straßen zurückgezogen hat, ruhig geblieben ist, sind die Menschen immer noch sehr erregt. Auch am Freitag wurde wieder damit gerechnet, dass mehreren Tausend Schiiten auf dem im Westen der Stadt gelegen Pearl Square (Perlen-Platz) demonstrieren und sich gleichzeitig viele die Regierung unterstützende sunnitische Demonstranten bei der Großen Moschee im Osten der Stadt versammeln würden. Die US-Streitkräfte in der Marinebasis Bahrain kamen bis jetzt kaum mit dem Chaos in Berührung, das nur wenige Meilen von ihnen entfernt zu beobachten war. Den Soldaten wurde befohlen, sich von den Protesten fernzuhalten, keine Besucher mitzubringen und sich in sozialen Netzwerken oder anderswo nicht zu den Unruhen zu äußern. "Ohne die Berichte in den Medien würden wir kaum wissen, was hier vorgeht," sagte Lt. Col. (Oberstleutnant) Mark Duffen, der derzeitige stellvertretende Operationsoffizier. Keine der Demonstrationen habe sich gegen die US-Präsenz gerichtet, fügte Duffen hinzu, und einige Soldaten seien verwundert, warum die westlichen Medien nicht über größere Demonstrationen zur Unterstützung der Regierung in der Nähe der USBasis, sondern nur über den Volksaufstand berichtet hätten. Mullen hatte der Marinebasis in Bahrain bereits im Dezember (letzten Jahres) einen Besuch abgestattet; deshalb habe er sich jetzt vor allem um die Marineinfanteristen gekümmert und mit etwa 80 Soldaten der Anti-Terroreinheit der Marines gespeist. Das U.S. Central Command / CENTCOM (s. dazu auch http://www.luftpost-kl.de/luftpostarchiv/LP_09/LP27209_071209.pdf) hat in Bahrain im November (2010 auch noch) einen vorgeschobenen Stützpunkt mit eigenem Hauptquartier für die Marineinfanterie eingerichtet, und es ist geplant, hier noch mehr Soldaten dieser Waffengattung zu stationieren. Was sie hier tun sollen, bleibe größtenteils geheim, aber ihre Aufgaben dürften von nachrichtendienstlichen Tätigkeiten bis zu humanitären Hilfeleistungen reichen, sagte Duffen. Wenn nötig, seien sie auch in der Lage bei anhaltenden Unruhen (US-)Zivilisten zu evakuieren. Mit dem Nachlassen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak könne man sich jetzt wieder mehr der Terrorbekämpfung und der Ausbildung der Armeen befreundeter Staaten in dieser Region widmen. Am Donnerstag hatten Offizielle in Dschibuti darauf hingewiesen, dass sich die in Camp Lemonier stationierte Combined Joined Task Force Horn of Africa schnell vergrößert habe und nicht mehr in Zelten und umgebauten Schiffscontainern hause, sondern jetzt über feste Gebäude mit eigener Energieund Wasserversorgung verfüge. Gegen Freitagabend traf Mullen in Kuwait ein, wo er am Samstag eine Parade zum 20. Jahrestag des Operation Dessert Storm (des Irak-Krieges von Bush-Senior) abnehmen wird. Neben (einheimischen) Würdenträgern und ausländischen Staatsoberhäuptern kamen auch der ehemalige US-Außenminister James Baker und General James Mattis, der Kommandeur des CENTCOM, auf dem Flughafen an; auf der Autobahn, die zum Strand führt, wurden sie von flanierenden und tanzenden Kuwaitern aufgehalten. Diese feiern auch den 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Kuwaits, und die Fahrer von in den Nationalfarben bemalten und mit Fahnen geschmückter Autos hupten, schwenkten die Landesfahne, und alle jubelten in Erwartung des abendlichen Feuerwerks und des großen Festes." [ENDE]


Originalquelle/n:
STARS AND STRIPES, 25.02.11
http://www.stripes.com/news/mullen-thanks-bahrain-s-king-for-handling-of-unrest-1.135885

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

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Anmerkung/en und Kommentar/e des Übersetzers:
"(Wir haben den Artikel, dessen Aussagen sich nahtlos an die unter http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP03711_270211.pdf veröffentlichten Berichte anschließen, komplett übersetzt und mit Ergänzungen und einem Link in Klammern und Hervorhebungen versehen. Er belegt erneut, dass die US-Regierung gewillt ist, die Marionettenregierungen der Länder am Persischen Golf, in denen sich strategisch wichtige US-Stützpunkte befinden, wenn nötig, auch mit militärischer Gewalt zu stützen. Die "Erfolge" der arabischen Volksaufstände sind noch lange nicht gesichert, sie könnten jederzeit mit einem furchtbaren Blutbad rückgängig gemacht werden. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)"




[HINWEIS: Alle Text werden als Fliess- bzw. Plain-Text erfasst; Schriftarten/-typen und eingebettete Bilder, Grafiken usw. werden dabei gar nicht, Zeilenwechsel nur in Ausnahmefällen berücksichtigt. Bitte greifen Sie im Zweifelsfalle auf den Original-"Luftpost"-Artikel zurück, dessen Quelle weiter unten genannt wird; danke.]

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Erfasst am 01.03.2011
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP03911_010311.pdf