Volltext

(Artikel * 2011) DEMOCRACY NOW
Antikriegsgruppen vor FBI-Razzien von Regierungsspionin unterwandert
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 016/11 * Seite 1 - 1
Themen: Geheimdienst; Repression; Soziale Bewegung * USA * US-Friedensbewegung; Übersetzung : Jung, Wolfgang; FBI - Federal Bureau of Investigation * Dok-Nr: 224836
Standorte:

"Antikriegsgruppen vor FBI-Razzien von Regierungsspionin unterwandert

Im Fall der Friedensaktivisten, die im September letzten Jahres vom FBI (der US-Bundespolizei) heimgesucht wurden, gibt es neue überraschende Entwicklungen (s. dazu auch http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_10/LP19110_021010.pdf). Die Rechtsanwälte der in St. Paul in Minnesota lebenden Aktivisten haben erfahren, dass sich eine Regierungsagentin in deren Gruppe eingeschlichen und sämtliche Aktivitäten ausspioniert hat. Unter dem Decknamen "Karen Sullivan" nahm die Agentin zunächst nur an Treffen teil, zu denen das Antikriegs-Komitee der Zwillingsstadt (von Minneapolis) im Vorfeld der National Convention (des Parteitages zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten) der Republikaner eingeladen hatte. Nach und nach übernahm Frau Sullivan dann eine aktivere Rolle in der Gruppe: Sie führte bei Sitzungen den Vorsitz, sie übernahm die Buchführung und kommunizierte mit Dutzenden anderer Organisationen. Jess Sundin, eine Aktivistin aus dem Antikriegs-Komitee, gab gegenüber DEMOCRACY NOW am Mittwoch eine Erklärung dazu ab. Jess Sundin: "Karen kam zu unseren wöchentlichen Sitzungen. Wir arbeiten alle freiwillig und treffen auf diesen Sitzungen alle Entscheidungen gemeinsam; sie nahm an den Diskussionen teil und führte manchmal sogar den Vorsitz. Karen hatte einen Schlüssel zu unserem Büro, mit dem sie – oder das FBI – am 24. September (2010) das Büro aufschloss, bevor es durchsucht wurde. Sie half zuweilen auch bei unserer Buchführung und hatte vollen Zugang zu unserer Finanzbuchhaltung, zu unseren Mitgliederlisten und zu allen Aktivitäten, an denen wir beteiligt waren." Frau Sullivan schloss sich sogar zwei Aktivistinnen an, die im Jahr 2009 die besetzten (Palästinenser-)Gebiete besuchten wollten. Bei der Landung in Israel waren die israelischen Behörden bereits über ihren geplanten Besuch informiert und verweigerten ihnen die Einreise. Die Rechtsanwälte haben auch erfahren, dass sich die Anklage auf eine kleine Spende stützt, die beide Aktivistinnen der Vereinigung palästinensischer Frauenkomitees, ihren Gastgebern in den besetzten Territorien, übergeben wollten. Diese Vereinigung ist in den USA nicht als Terrororganisation registriert und wird von der Palästinensischen Autonomiebehörde als eingetragene NGO (Nicht-Regierungsorganisation) geführt. Frau Sullivan hat im Herbst letzten Jahres die Zwillingsstädte verlassen – kurz vor den FBI-Razzien am 24. September." [ENDE]


Originalquelle/n:
DEMOCRACY NOW, 13.01.11
http://www.democracynow.org/2011/1/13/headlines#15

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

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Anmerkung/en des Übersetzers:
"(Wir haben den Artikel, der an Praktiken des Verfassungsschutzes in der Bundesrepublik Deutschland erinnert, komplett übersetzt und mit Ergänzungen und einem Link in Klammern und Hervorhebungen versehen. Anschließend drucken wir den Originaltext ab.)"




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Erfasst am 06.02.2011
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_11/LP01611_250111.pdf