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(Artikel * 2010)
Kein Soldat mehr ! Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan !
in Luftpost - Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein Nr. LP 046/10 * Seite 5 - 6
Themen: Krieg; Soziale Bewegung; Widerstand * Afghanistan; BRD * Friedensbewegung; Aufruf; Grossdemonstration0. Februar 2010 * Dok-Nr: 221261
Standorte:

"Kein Soldat mehr!

Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!

Deutsche Soldatinnen und Soldaten sind keine Entwicklungshelfer in Uniform. Die Bundeswehr tötet am Hindukusch. Nach dem Bombenabwurf in Kunduz wissen das alle. Heute sind über 100.000 ausländische Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan. Die Menschen in Afghanistan fühlen sich dadurch nicht befreit, sondern besetzt. Das nährt den bewaffneten Widerstand. Jetzt sollen noch 40.000 weitere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan Krieg führen. Davon 850 aus Deutschland. Die Bundesregierung will im Bundestag beantragen: Truppenaufstockung für Afghanistan. Mit der Mehrheit der Bevölkerung sagen wir dazu Nein. Wir fordern die Bundestagsabgeordneten auf: Stimmen Sie mit Nein! Schicken Sie keine weiteren Truppen, sondern ziehen Sie diese ab! Nur dann hat der Frieden eine Chance, können die humanitären Hilfsorganisationen ungefährdet arbeiten. Wir rufen auf: Protestiert am 20. Februar gemeinsam gegen den Krieg. Macht den Abgeordneten klar: Gegen unseren Willen schickt die Bundesregierung weitere Truppen an den Hindukusch. Gegen unseren Willen werden weitere Milliarden für den Krieg ausgegeben. Gegen unseren Willen werden neue Waffen eingesetzt. Afghanistan braucht zivilen Aufbau, der verstärkt werden muss. Afghanistan braucht kein Geld für den Krieg. Deutschland steht erneut vor der Entscheidung. Mehr Soldatinnen und Soldaten und mehr Waffen, damit mehr Tote und mehr Verletzte. Oder: Waffenstillstand, Truppenabzug und zivile Hilfe. Dafür demonstrieren wir. Dafür brauchen wir Unterstützung. Am 20. Februar und darüber hinaus. Keine Erhöhung der Truppen – Frieden und Aufbau statt Unterstützung für den Krieg!

Am 20. Februar gemeinsam gegen den Afghanistan-Krieg!" [ENDE]


Originalquelle/n:
http://www.afghanistandemo.de/

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Anmerkung/en des "Luftpost"-Herausgebers:
"Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen diesem Aufruf folgen, in dem leider wieder einmal ganz wichtige Aspekte fehlen. Warum wird mit keinem Wort auf die infamen Lügen und den schändlichen Betrug eingegangen, mit dem die Bush-Administration diesen völlkerrechtsund verfassungswidrigen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen hat. Sind die mit den fingierten Anschlägen am 11.9. verfolgten Absichten des US-Imperialismus auch in der Friedensbewegung tabu? Warum wird bei der Erwähnung der "über 100.000 ausländischen Soldatinnen und Soldaten" nicht gesagt, dass die meisten US-Amerikaner und die anderen den USA auf Kosten der Entsendeländer zur Verfügung gestellte Fremdenlegionäre sind? Warum fehlt auch der kleinste Hinweis auf die militärische Infrastruktur und die vielen Militärbasen der US-Streitkräfte in der Bundesrepublik, die von entscheidender Bedeutung für alle – auch die bereits geplanten – US-Angriffskriege im Mittleren Osten sind? Wissenslücken ließen sich mit der LUFTPOST 272/09 ganz schnell auffüllen (s http://www.luftpost-kl.de/luftpostarchiv/LP_09/LP27209_071209.pdf). Wenn die Friedensbewegung bei jeder Ausweitung der US-Angriffskriege nur dagegen protestiert, dass immer mehr deutsche Soldaten daran teilnehmen, aber weiter unbeanstandet lässt, dass die US-Streitkräfte ihre Basen und ihre militärische Infrastruktur in der Bundesrepublik für diese Kriege nutzen, wird sich an den bestehenden verfassungswidrigen Zuständen nie etwas ändern."






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Erfasst am 27.10.2010
Quelle des "Luftpost"-Artikels:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_10/LP04610_140210.pdf