Volltext

(Artikel * 2002) Schmidt-Soltau, Kai
Verhältnismäßig arm Wie die Gesellschaft Reichtum und Armut immer neu erschafft
in iz3w Nr. 264 * Seite 21 - 23
Themen: Armut; Wirtschaftstheorie * Reichtum * Dok-Nr: 146614
Standorte: A3W Osnabrück; FDCL Berlin; iz3w Freiburg; Nicabüro Wuppertal; VNB Barnstorf; IfaK Göttingen; biz Bremen; EWNT Jena

Armut und Selbsterm?chtigung

Verh?ltnism??ig arm
Wie die Gesellschaft Reichtum und Armut immer neu erschafft

?Poverty sells? ? selten war das Versprechen, die Armut weltweit zu mindern, so popul?r wie in der Globalisierungsdebatte. Doch schon bei der Frage, wer eigentlich warum ?arm? ist, scheiden sich die Geister. Ist arm, wer nicht so reich ist wie andere? Oder gibt es objektive Kriterien f?r Armut?

von Kai Schmidt-Soltau

Grunds?tzlich scheint man Armut auf zwei unterschiedliche, ja widerspr?chliche Arten bestimmen zu k?nnen. W?hrend subjektive Armutsdefinitionen die vielschichtige Interaktion zwischen Armut und Reichtum thematisieren, versuchen objektive Armutsdefinitionen sozio?konomische Kriterien zu entwickeln.
Beginnen wir mit einer subjektiven Armutsdefinition: ?Reicher Mann und armer Mann standen da und sah?n sich an. Und der Arme sagte bleich: W?r? ich nicht arm, w?r?st du nicht reich.? Wie man in diesem Gedicht von Brecht sehen kann, kommt es auf die Perspektive an. Der Arme ist arm, weil der Reiche reich ist. Der Arme entbehrt also dessen, was der Reiche im ?berfluss besitzt. Dieses Bindeglied f?hrt aber nur dann zu einer Polarisierung in Armut vs. Reichtum, wenn beide Seiten ihm eine Bedeutung beimessen, denn ? wie Demokrit ausf?hrt ? ?verleiht geringes Begehren der Armut dieselbe St?rke wie dem Reichtum?. Dies h?rt sich im ?konomischen Kontext ? in dem der Begriff Armut meist verwendet wird ? nat?rlich extrem neoliberal an. Aber selbst dort gilt: so lange eine gesellschaftliche Gruppe gar nichts von der Existenz von z.B. Autos wei?, kann diese Gruppe den Mangel an Autos de facto nicht als Armut betrachten. Sicher ist dieses Bild des ?gl?cklichen Wilden? l?ngst als Illusion ? oder besser Projektion ? enttarnt worden, und real dauert es auch nicht lange, bis die letzte Modewelle die ersten D?rfer des Nordkongo erreicht. Aber es wird deutlich, dass den Akteuren in der subjektiven Armutsdefinition eine gr??ere Bedeutung zukommt als in objektiven Ans?tzen, denn arm ist im subjektiven Verst?ndnis nur der, der sich selbst als arm erf?hrt.

Ger?chte in Golfclubs
Demokrit ging es nicht um die Unkenntnis der eigenen Armut, sondern um die bewusste Entscheidung, manches, was andere im ?berfluss haben, nicht zu begehren. F?r die Stoiker und Kyniker erw?chst aus dieser Ablehnung die St?rke und Freiheit der Individuen. Auch das h?rt sich ziemlich zynisch an. Aber hat nicht die Dependenztheorie den Gesellschaften des S?dens geraten, sich nicht an den Zielen der Globalisierung zu orientieren, sondern die Kraft aus der Abkopplung vom Weltmarkt zu sch?pfen? Im Gegensatz zur Arbeiterbewegung, der es in letzter Instanz um die Nivellierung des Gegensatzpaares Armut/Reichtum ging, vermitteln die regionalen Widerstandsbewegungen heute den Eindruck, dass der Reichtum der Reichen sie nur insoweit interessiert als er ihre Armut t?glich vergr??ert. Sie wollen ? trotz aller anders lautender Ger?chte in den Golfclubs dieser Welt ? weder die Wallstreet besetzen noch Microsoft in ein Kollektiv verwandeln. Sie wollen daran nur nicht mehr teilhaben.
Ob es eine reale Option ist, in egalit?ren Sonderwirtschaftszonen den Reichtum zu vergessen, darf bezweifelt werden, auch wenn die Reduktion auf ein selbstgen?gsames Leben, welches dem Au?enbetrachter als Armut erscheinen mag, eine lange Tradition hat. Ausgehend von der Erkenntnis, dass das letzte Hemd keine Taschen hat, war es sp?testens seit dem Mittelalter in Europa ?blich, Armut zu idealisieren. ?Wende dein Herze von zeitlicher Wollust, von Fressen und Saufen, von dem Reichtum dieser Welt ab, und denke, dass heute der Tag deines Leibes Ende ist.?1 Individualpsychologisch mag dies Sinn machen, denn es ist auf Dauer bestimmt frustrierend, nach einem Ziel (Reichtum) zu streben, das sich bei jedem Schritt in seine Richtung nur noch schneller von einem entfernt.
Aber auch die Reichen haben es nicht leicht. Nicht lachen, denn wer ? um ein Extrembeispiel zu nehmen ? als wohlhabender Mitteleurop?er durch die globalen Armutsregionen lustwandelt, weil dort der Urlaub billiger ist, ohne dass es ihm zumindest einmal vor seinem eigenen Reichtum ekelt, muss ein Herz, einen Magen oder ein Hirn aus Stein haben. Nicht nur im M?rchen entpuppt sich die Entmenschlichung als Grundvoraussetzung f?r ein Leben in Reichtum. Aber ein schlechtes Gewissen ist sicher nicht zu vergleichen mit der umfassenden und tiefgehenden Dem?tigung, die Arme t?glich erfahren. In Pierre Bourdieus Interviews mit Armen (in ?Das Elend der Welt?) wird diese umfassende Dem?tigung deutlich, die nicht selten in einer Aufgabe der eigenst?ndigen Suche nach Wegen zu ihrer ?berwindung m?ndet. Nicht wenige Arme internalisieren ihre Armut und sehen sie nicht l?nger als ?u?eren Zustand in einem zuf?lligen Zusammenhang, sondern als Ausdruck einer tiefliegenden Armut an F?higkeiten: Ihnen mangelt es ? in ihrem Verst?ndnis ? nicht an Dingen, sondern an den notwendigen F?higkeiten, um diese Dinge zu erlangen. Dass diese Verinnerlichung eines zuf?lligen Verh?ltnisses dieses Verh?ltnis verewigt und vertieft, ist einleuchtend.

Armut im Objektiv
Kant definierte einst, dass ?Aufkl?rung der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unm?ndigkeit ist?. In diesem Sinne bezeichnet Ernst-Ulrich Huster Armut als einen Zustand, ?in dem der Einzelne nicht mehr imstande ist, aus eigener Kraft heraus an den sozialen Austauschbeziehungen in einem Ma?e teilzunehmen, das in der jeweiligen Gesellschaft als Existenzminimum angesehen wird.?2 Huster setzt damit genau an der oben beschriebenen Zementierung des Armut-Reichtum-Paradigmas an. Arm ist nicht der, der unter dem gesellschaftlich definierten Existenzminimum lebt, sondern der, der nicht mehr in der Lage ist, aus eigener Kraft an den sozialen Austauschbeziehungen teilzunehmen. Nichtsdestotrotz erfolgt die Definition letztlich mittels einer abstrakten Kategorie, denn unabh?ngig davon ob jemand tempor?r oder dauerhaft mangelhaft an den Austauschbeziehungen mit der Gesellschaft teilnimmt, ist es doch die Definition des Existenzminimums, die entscheidet, ob jemandem der Status eines ?vollwertigen Seienden? zukommt oder ob er arm ist.
Husters Position kann als relativistisch charakterisiert werden, denn er verbindet seine Definition von Armut mit der jeweiligen Gesellschaft, welche jeden einzelnen umgibt. Ihr Vorteil besteht zum einen darin, dass bereits ?erk?mpfte? Mindeststandards in einer Gesellschaft so nicht durch ?u?ere Prozesse gef?hrdet werden und damit keine Angleichung der Armen einer gegebenen Gesellschaft an noch ?rmere in anderen Gesellschaften droht. Zum anderen bietet Husters Definition den Vorteil, dass sie in der Logik der Arbeiterbewegung die Grundlage daf?r legt, in einem begrenzten Beziehungsgeflecht zu argumentieren und eine Nivellierung anzustreben.
Die Nachteile der relativistischen Definition sind die Kehrseite der Vorteile, denn der Bezug auf ein begrenztes System resultiert zwangsl?ufig in einer Ignoranz gegen ?u?ere Prozesse. Es beinhaltet schizophrene Tendenzen, wenn eine Person oder Organisation f?r den Lohnanstieg um f?nf Prozent f?r die deutsche Bekleidungsindustrie streitet und zugleich durchsetzen will, dass Fabrikarbeiterinnen in Brasilien einen Mindestlohn von wenigen Euro pro Woche erhalten. Auch die meisten wei?en s?dafrikanischen ?Arbeiter? ? die einerseits Mangel an finanziellem Reichtum hatten und andererseits Bef?rworter der Apartheid waren ? h?tten mit Huster argumentieren k?nnen. Solange es ihnen gelang, ihre Armut von der ihrer dunkleren Kollegen mit Verweis auf das unterschiedliche ?soziokulturelle? Bezugssystem zu trennen, konnten sie zumindest teilweise am Reichtum partizipieren und sich von einer noch gr??eren Armut abgrenzen. Die Globalisierung f?hrt jedoch zu einer Ann?herung von gesellschaftlichen Subsystemen und macht auf lange Sicht den relativistischen Ansatz obsolet. Eine globale Gesellschaft wird nur eine Armut und eine objektive Armutsdefinition hervorbringen, denn auf welcher Ebene will man argumentieren? Regional, nationalstaatlich, europ?isch oder n?rdlich?

Reichtum = Armut
Das Gegenmodell zum relativistischen Ansatz kann in den verschiedenen Spielarten des absoluten Armutsmodells gesehen werden. Die extremste Variante nennt arm nur diejenigen, die nicht genug zum ?berleben haben, w?hrend andere ? vor allem im Umfeld der internationalen Organisationen wie UN, ILO und Weltbank ? durch die Etablierung eines Konzepts der globalen Grundbed?rfnisse jene Armut definieren, die es zu eliminieren gilt. In diesen empirischen Modellen (vgl. S. 24) z?hlen demnach zu den Nicht-Armen alle, die ?genug? zu essen, einen Zugang zu sauberem Wasser, ein Dach ?ber dem Kopf, eine ?ungef?hrliche? Arbeit, Zugang zu ?ausreichender? Gesundheitsversorgung, Bildung und Familienplanung haben sowie in physischer und ?konomischer Sicherheit leben.
Das Problem dieses Ansatzes wird deutlich, wenn man sich die ?kologische Debatte vergegenw?rtigt, die behauptet, dass die Erde untergeht, wenn Auto und Fernseher als unpf?ndbare Gegenst?nde zum Grundrecht eines jeden Erdenb?rgers w?rden. Unabh?ngig von den konkreten Bestimmungskriterien der Demarkationslinie zwischen Armut und Reichtum wird hier eine argumentative Wende deutlich. Wenn man im Glauben an eine unbegrenzte Entwicklung den Lebensstandard des ?gutsituierten? Mitteleurop?ers des Jahres 2002 als unterstes Ma? eines nichtarmen Menschen definieren w?rde, h?tte niemand etwas dagegen, denn die Reichen st?rt es ja prinzipiell nicht, wenn jemand anderes auch reich wird, solange es sie nur nichts kostet. Wenn man aber verinnerlicht hat, dass nicht alle Menschen so leben k?nnen wie der ?gutsituierte? Mitteleurop?er, hei?t dies, dass eine Armutsbek?mpfung auch eine Reichtumsbek?mpfung ist. Und hier liegt das Problem, denn wer bek?mpft sich schon gerne selbst? Zu Ende gedacht hat dies schon 1844 Karl Marx, der postulierte, ?dass Verschwendung und Ersparung, Luxus und Entbl??ung, Reichtum und Armut = sind? (MEW Bd. 40, S. 550), da Reichtum in der Aneignung fremder Arbeit gr?ndet.3
Die Ursache f?r dieses zerbrochene Vertrauen in den Fortschritt und in den Ausgleich der sozialen Gegens?tze sehen manche in dem Umstand begr?ndet, dass sich im R?ckblick die Extrempositionen Armut und Reichtum ?konomisch nicht angen?hert haben, sondern sich die Distanz exponential erh?ht hat. Andere f?hren die ??kologische Gewissheit? ins Feld, nach der nicht alle Menschen in Reichtum leben k?nnen. Diese entwicklungskritischen Positionen, die das Modell der nachholenden Modernisierung sowohl von links als auch von rechts hinterfragen, lassen sich ? nicht ganz ?berraschend ? fast ausschlie?lich bei jenem Personenkreis nachweisen, der als reich charakterisiert werden kann. Sie sind insoweit nicht besonders human, als der Fortbestand der Menschheit eines der in den Slums dieser Welt eher seltener diskutierten Probleme ist. Ihre Leidenschaft f?r die Rettung der Natur und der Menschheit an sich gilt ? um mit Dostojewski zu sprechen ? wie jede ?abstrakte Liebe f?r ein Ding an sich nur dem eigenen Ich.?4

Gl?ckliche Kommunisten?
?berraschend ist, dass all diese Definitionsversuche rein beschreibend sind. Kein einziger dieser Ans?tze versucht, die Ursachen f?r die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich zu ergr?nden. Armut und Reichtum scheinen zuf?llig auf die Erde gefallen oder seit jeher Seinskategorie des Menschen zu sein. Demgegen?ber hat die Zeitschrift ?Das Argument? unl?ngst ein ganzes Heft5 darauf verwendet, nach dem Beginn der Ungleichheit und der Aufspaltung der Welt in Arm und Reich zu suchen. Nicht ohne f?ndig zu werden: Bereits 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung verloren die Bauern durch die Einlagerung von Getreide in Tempeln die Kontrolle ?ber die Resultate ihrer Arbeit.
Uns soll hier mehr das m?gliche Ende dieses Paradigmas besch?ftigen, denn wie das vieldiskutierte Erbauungsb?chlein ?Empire? von Michael Hardt und Toni Negri frohlockt, ?bietet dieses neue imperiale Terrain gr??ere M?glichkeiten f?r sch?pferische T?tigkeit und Befreiung.?6 Es ?berrascht nicht, dass die beiden mit Bezug auf Franz von Assisi ?dem Elend der Macht die Freude am Sein entgegen setzen? wollen, um ?das Gl?ck Kommunist zu sein? schon in dieser Welt zu zelebrieren. Sicher ist die auf Demokrit zur?ckgehende Gleichg?ltigkeit gegen?ber dem Reichtum ? dem Elend der Macht ? eine Option, das Armut-Reichtum-Paradigma zu l?sen. Jedoch fragt sich, ob die ?Freude am Sein? in Nothilfelagern im Sudan, im Kongo oder in Mosambik aufkommen kann, solange nicht wenigstens gesichert ist, dass man auch am n?chsten Tag noch ?das Gl?ck Kommunist zu sein? genie?en kann?

Selig im Geiste
Hier w?rden die Grundbed?rfnistheoretiker sicher anf?hren, dass es eines gewissen Mindestma?es an materieller Sicherheit bedarf, um mit ?Ya-basta? nach politischer Ver?nderung zu rufen. Das Problem der Sicherung der Grundbed?rfnisse ist jedoch weniger in der logistischen Bereitstellung von Hilfsg?tern als in der Tatsache begr?ndet, dass sie die strukturellen Ursachen der Armut nicht bek?mpfen, ja diese oft noch vertiefen. Sicher ist es wichtig, dass die Menschen beispielsweise Zugang zu sauberem Wasser haben. Die Entwicklungsdienste konstruieren deshalb ein Trinkwassersystem, einen Brunnen oder eine Quellfassung. Nur kosten diese Geld f?r Konstruktion und Unterhalt. Um dieses Geld ? und seien es nur wenige Cents im Monat ? zu generieren, m?ssen die D?rfler irgendwelche Geldeinkommen haben. Manche haben diese, andere nicht. Es mag sein, dass es ein Zeichen von Armut ist, wenn man das Wasser aus dem Fluss holt. Es ist jedoch sicher eine tiefgreifendere Dem?tigung, wenn man, nachdem man f?r einige Zeit genossen hat, dass das Wasser aus dem Hahn kam, alleine zum Fluss gehen muss, da man sein Wasser nicht mehr bezahlen kann. Aber auch die gl?cklichen Nutzer des flie?enden Wassers k?nnten sich fr?her oder sp?ter fragen, ob nicht die Ma?nahmen der Armutsbek?mpfung sie zu guter Letzt in jene Austauschbeziehung integriert haben, die zwar einerseits Wasser, ein Dach ?ber dem Kopf und ausreichend Nahrung hervorbringen kann, andererseits die Menschen aber zwingt, ihre eigene Haut zu Markte zu tragen.
Letztlich erscheint es so, als ob Armutsbek?mpfung immer und ausschlie?lich in einer Ausweitung der strukturellen Ursachen der Armut m?nden m?sste. Das w?re bedauerlich, denn Armut ist ein reales Problem, das Menschen bedr?ckt. Dass den Armen die ?Entwicklung? eben jener Sph?ren, die ihre Armut schafft, als Ausweg aus der Armut verkauft wird, muss man als Armut des Geistes derjenigen charakterisieren, die in dieser Gesellschaft den Ton angeben. Aber ?selig sind die Armen des Geistes, denn das Himmelreich ist ihrer.?
Wenn man mit Bezug auf Kant Armuts?berwindung oder Entwicklung als Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unm?ndigkeit versteht, kommt der Selbsterkenntnis ? warum bin ich arm? ? eine zentrale Rolle zu. In welchem konkreten Armut-Reichtum-Verh?ltnis sich diese Erkenntnis herausbildet, ist dabei eigentlich Nebensache. Denn ob es rein ?konomische Ungleichheiten sind, rechtliche Benachteiligungen, geschlechterspezifische Unterdr?ckung, psychologische Ausgrenzungen oder physische Gewalt, die die Menschen bedr?cken, so sind es auch die Menschen, die diese Verh?ltnisse immer aufs Neue schaffen.


Anmerkungen:

1 B?hme, Jakob. 1656. Aurora oder Morgenr?te im Aufgang. Amsterdam, S. 151.

2 Huster, Ernst-Ulrich. 1990. ?Armut?. In: Sandk?hler, Hans J?rg; Europ?ische Enzyklop?die zu Philosophie und Wissenschaften. Hamburg: Meiner. Bd.1, S. 255-260.

3 Die politisch-?konomische Grundlage des sozialen Ph?nomens der Trennung in Arm und Reich analysiert Marx im Kapitel ?ber die ?Urspr?ngliche Akkumulation? folgenderma?en: ?Zweierlei sehr verschiedene Sorten von Warenbesitzern m?ssen sich gegen?ber und in Kontakt treten, einerseits Eigner von Geld, Produktions- und Lebensmitteln, denen es gilt, die von ihnen geeignete Wertsumme zu verwerten durch Ankauf fremder Arbeitskraft; andrerseits freie Arbeiter, Verk?ufer der eignen Arbeitskraft und daher Verk?ufer von Arbeit. Freie Arbeiter in dem Doppelsinn, da? weder sie selbst unmittelbar zu den Produktionsmitteln geh?ren, wie Sklaven, Leibeigne usw., noch auch die Produktionsmittel ihnen geh?ren, wie beim selbstwirtschaftenden Bauer usw., sie davon vielmehr frei, los und ledig sind. Mit dieser Polarisation des Warenmarkts sind die Grundbedingungen der kapitalistischen Produktion gegeben. Das Kapitalverh?ltnis setzt die Scheidung zwischen den Arbeitern und dem Eigentum an den Verwirklichungsbedingungen der Arbeit voraus.? (MEW 23,742).

4 Dostojewski, Fjodor. 1994. Der Idiot. Berlin: Aufbau. S. 624.

5 Das Argument Nr. 245: Gesellschaftsgeschichte und Gesellschaftsformation.

6 Hardt, Michael & Negri, Antonio. 2002. Empire: die neue Weltordnung. Frankfurt/M: Campus, S. 230 & 420.


Kai Schmidt-Soltau ist Soziologe und lebt in Kamerun.