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(Artikel * 2001) Többe, Bianca
Wie Malthus nach Kairo (+5) kam Der Überbevölkerungsdiskurs wechselt seine Vorzeichen
in iz3w Nr. 250 * Seite 10 - 12
Themen: Bevölkerungspolitik; Geschichte * Überbevölkerung; Malthus * Dok-Nr: 105744
Standorte: A3W Osnabrück; FDCL Berlin; iz3w Freiburg; Nicabüro Wuppertal; IfaK Göttingen; biz Bremen; EWNT Jena

Bevölkerungspolitik

Wie Malthus nach Kairo(+5) kam
Der Überbevölkerungsdiskurs wechselt seine Vorzeichen

Historisch wie wissenschaftlich längst widerlegt behauptet sich der mit dem Namen Malthus verknüpfte Diskurs der Überbevölkerung bis heute. Unter wechselnden Vorzeichen bleibt dabei die Überbevölkerungsthese, was sie immer gewesen ist – ein Versuch der Besitzenden, soziale Ungleichheiten auf die schiere Anzahl der Armen zurückzuführen und diese anstelle der Gründe ihrer Armut zu bekämpfen.

von Bianca Többe

Anlässlich der großen UN-Bevölkerungskonferenzen oder wenn neue Statistiken über »das rasante Wachstum der Weltbevölkerung« verkündet werden, ist das Thema aktuell: internationale Bevölkerungspolitik. Zuletzt war die errechnete Geburt des sechs Milliardsten Menschen eine willkommene Möglichkeit für die internationale Bevölkerungslobby1, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Während Organisationen – wie beispielsweise die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung – hierzulande »Legitimationsarbeit« für Bevölkerungspolitik leisten, sind Frauen im Trikont direkt mit ihren Auswirkungen konfrontiert: Im Rahmen von bevölkerungspolitischen Programmen werden noch immer Frauen ohne ausreichende Information und / oder mit Hilfe bestimmter Anreizsysteme zur Sterilisation überredet, es werden ihnen hormonelle Verhütungsmittel verabreicht, die aufgrund der gesundheitlichen Risiken in den Industrieländern größtenteils verboten sind. Die Forschung im Bereich der sogenannten »Impfungen gegen Schwangerschaften« verschlingt einen großen Anteil des Weltgesundheitsbudgets, der schließlich bei Basisgesundheitsdiensten fehlt.
Die Internationale der Bevölkerungspolitik legitimiert sich mittlerweile mit der progressiv klingenden Botschaft: »Nachhaltigkeit« plus »reproduktive Rechte für Frauen« gleich sinkende Geburtenraten. Die Gleichung lässt sich auch umkehren – dann heißt es, dass ökologische und emanzipative Ziele durch Bevölkerungspolitik erreichbar seien. Unterstellt wird dabei, dass die Anzahl der Menschen im Trikont in einem Kausalzusammenhang mit Umweltzerstörung und Benachteiligung von Frauen stünde. Diese postulierte Kausalität ist so alt wie falsch und bildet heute das letzte Glied der (neo)malthusianischen Argumentationskette.

Über Marx, Darwin und Spencer
Nach wie vor steht die Debatte um das »Weltbevölkerungsproblem« beziehungsweise die »Überbevölkerung« in den Ländern des Trikonts in der Tradition des englischen Pfarrers und Ökonomen Thomas Robert Malthus (1766 – 1834). Sein Bevölkerungsgesetz wird im Gros der populärwissenschaftlichen und bevölkerungspolitischen/-theoretischen Literatur als das Fundament für die These vom »Weltbevölkerungsproblem« dargestellt. Es besagt, dass die Bevölkerung die Tendenz besitze, geometrisch zu wachsen, während die Nahrungsmittelproduktion lediglich arithmetisch steigen würde. Somit eröffne sich eine immer größer werdende Diskrepanz zwischen Bevölkerungszahl und der Nahrungsmittelproduktion. Dieser angenommenen »Tendenz« könne nur durch positive und/oder präventive Kontrollmechanismen entgegengewirkt werden. Zur ersten Kategorie zählt Malthus Faktoren, die die Sterblichkeit erhöhen (Hungersnöte, Kriege, Krankheiten etc.) und nach seiner Auffassung nicht unbedingt durch menschliches Handeln zu beeinflussen seien. Demgegenüber seien die präventiven Kontrollmechanismen wie geburtensenkende Maßnahmen, ausschließlich das Resultat menschlichen Handelns. Er plädierte für sexuelle Enthaltsamkeit und empfahl zudem staatliche Maßnahmen zur Begrenzung der (armen) Bevölkerungszahl, beispielsweise durch die Heraufsetzung des Heiratsalters. Damit falsifizierte er bereits selbst seine These von einer »natürlichen« Bevölkerungsentwicklung.
Das »Bevölkerungsgesetz« war für Malthus lediglich ein Nebenprodukt. Primär war er Ende des 18. Jahrhunderts in seinen Schriften darum bemüht, allerhand Argumente gegen die Ideen der Französischen Revolution zusammenzubringen. Vor allem lehnte er die gesellschaftliche Umverteilung von Reichtum, konkret die beginnende staatliche Armenfürsorge in England, die »poor laws«, ab. Laut Malthus würden diese sozialpolitischen Maßnahmen zum Ansteigen der Armut beitragen, indem nicht das »Fortpflanzungsverhalten« geändert, sondern lediglich eine Umverteilung der Kosten vorgenommen werde. Er sah hingegen im Leid der Armen den Antrieb für mehr Eigeninitiative, die durch staatliche oder kirchliche Umverteilungspolitik zunichte gemacht werde. Diese Vorstellungen entsprangen den Bemühungen seiner sozialen Klasse, dem Landadel, sich die Privilegien zu sichern, indem Armut als Resultat eines »unmoralischen Fortpflanzungsverhaltens« präsentiert wurde.
Karl Marx griff Malthus als »Knecht konservativer Kreise« und seine Überbevölkerungsthese als ahistorisches Plagiat an.2 Er spricht demgegenüber von »relativer Übervölkerung« oder auch von der »industriellen Reservearmee«, die das Resultat kapitalistischer Produktionsweise darstelle, indem diese u.a. durch technischen Fortschritt auf immer weniger ArbeiterInnen angewiesen sei. Marx sieht in der »relativen Übervölkerung« die »Existenzbedingung kapitalistischer Produktionsweise« (Das Kapital, Bd. I, S.661), aber auch ihr Resultat.
Die malthusianischen Ideen wirkten jedoch fort. Auch Charles Darwin (1809 – 1882) ging davon aus, dass die vermehrte Reproduktion des Menschen eine »Überbevölkerung« im Hinblick auf vorhandene Ressourcen darstelle. »Überbevölkerung« würde jedoch durch das Prinzip des »Survival of the fittest« zur Bildung neuer Arten in der Tier- und Pflanzenwelt und zur Höherentwicklung der Menschheit führen. Wie Malthus unter dem neutral anmutenden Begriff »Bevölkerung« die armen Bevölkerungsschichten verstand, so hierarchisierte auch Darwin unterschiedliche Gruppen von Menschen, von denen die »schwächeren« lediglich »künstlich« von dem »natürlichen« Kampf ums Dasein ferngehalten würden: »Bei Wilden werden die an Geist und Körper Schwachen bald beseitigt (...). Auf der anderen Seite tun wir zivilisierten Menschen alles nur Mögliche, um den Prozess dieser Beseitigung aufzuhalten. Wir bauen Zufluchtsstätten für die Schwachsinnigen, für die Krüppel und die Kranken, wir erlassen Armengesetze und unsere Ärzte strengen die größte Geschicklichkeit an, das Leben eines jeden bis zum letzten Moment zu erhalten. (...) Hierdurch geschieht es, dass die schwächeren Glieder der zivilisierten Gesellschaft auch ihre Art fortpflanzen. (...) aber mit Ausnahme des den Menschen betreffenden Falls ist kein Züchter so unwissend, dass er seine schlechtesten Tiere zur Nachzucht zulässt (...).«3 Diese eugenischen Äußerungen Darwins, in denen er das zeitgenössische Modell der Gesellschaft auf die Natur übertrug, stellten die Begründung für den zunehmenden Sozialdarwinismus dar.
Daran schloss Herbert Spencer (1820 – 1903) an, der den Begriff des »Survival of the fittest« prägte und allen im weitesten Sinne »Arbeitsunfähigen« (Alten, Schwachen, Kranken, Vagabunden etc.) mit sozialer Deklassierung drohte. Wie Malthus lehnte Spencer sozialpolitisches Engagement seitens des Staates als »unnatürliche« Einmischung in die natürliche Konkurrenz zwischen den Individuen ab. Die in Nordamerika und Europa seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstehenden eugenischen Bewegungen bedienten sich dieser zunehmenden biologistischen Gesellschaftserklärungen. In Deutschland mündeten sie in Rassenwahn und der planmäßigen Vernichtung »unwerten Lebens«.

Weniger Menschen – mehr Entwicklung
In den USA verbanden sich die sozialdarwinistischen eugenischen Kräfte in den 20er Jahren mit der zuvor eher sozialistisch ausgerichteten, feministischen Geburtenkontrollbewegung und ihrem Ruf nach verbessertem Zugang zu Verhütungsmitteln. Dies verdeutlicht die Auffassung einer ihrer prominentesten Vertreterinnen, Margaret Sanger: »Mehr Kinder von den fähigen und weniger von den unfähigen Gesellschaftsmitgliedern, das ist das Hauptanliegen von Geburtenkontrolle.« Diese Vorstellungen wurden von internationalen Organisationen übernommen. Die damit verknüpfte eugenische und rassistische Bevölkerungsforschung bildete die Grundlage für die sich nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Paradigma von Entwicklung etablierende internationale Bevölkerungspolitik.
Innerhalb modernisierungstheoretischen Entwicklungsdenkens galt die Kategorie »Bevölkerungswachstum« als Merkmal sogenannter »traditionaler« Gesellschaften des Trikonts. US-DemographInnen gingen in den 40er und 50er Jahren davon aus, dass das weltweite Bevölkerungswachstum in einer ökonomischen Krise enden würde. Ihren Forschungstätigkeiten entsprang schließlich die These vom »demographischen Übergang«, die begründen sollte, wie ökonomisches Wachstum zu sinkenden Geburtenzahlen führen würde. Zu diesem Zweck wurden die sinkenden Geburtenzahlen in den Industrieländern in einen Kausalzusammenhang mit der verbesserten ökonomischen Situation gebracht. Diese Theorie erwies sich für bevölkerungspolitische Zwecke als sehr flexibel: Ökonomische Entwicklung wurde nicht mehr per se als Voraussetzung für, sondern auch als Folge von sinkenden Geburtenraten begriffen, so dass BevölkerungswissenschaftlerInnen Familienplanung als entwicklungspolitische Sofortmaßnahme anpreisen konnten. Damit stießen sie auf »offene außenpolitische Ohren«, denn die US-Politik gewann eine weitere Legitimation, um in den Ländern des Trikonts gegen die »kommunistische Gefahr« zu intervenieren, die aus der sich dort verschlechternden ökonomischen Situation erwachsen könne.
Um die Grundannahme »Überbevölkerung« nebst entsprechender Programme im Trikont auch wissenschaftlich abzusichern, wurde 1958 von Ansley J. Coale und Edgar M. Hoover von der Yale University die Studie »Population Growth and Economic Development in Low-Income Countries« nachgeliefert. Ihre Kernaussage lautete wie folgt: Eine wachsende Bevölkerungszahl wirkt sich negativ auf die Ökonomie aus, da die für neue Investitionen und für die verstärkte Akkumulation von Kapital benötigten Ressourcen durch mehr Menschen und damit auch mehr Infrastruktur »wettgemacht« werden. Die Kritik an der Studie kam sowohl aus marktliberaler als auch linker Ecke. Kritisiert wurde u.a. das der Studie zugrundeliegende eurozentristische Menschenbild. Zudem lassen sich keine empirisch stichhaltigen Belege für ihre Behauptungen erbringen: So findet sich etwa in den dichtbevölkertsten Regionen Asiens – Singapur, Hong Kong und Taiwan – die höchste »Produktivität« pro Person. Trotz der vielfältigen Kritik blieb die Studie ein wichtiger Bestandteil in der Legitimierung und Intensivierung internationaler Bevölkerungspolitik: Ganz in der Tradition von Malthus wurden die ökonomischen Probleme als Resultat von Bevölkerungswachstum präsentiert.

Reagans Rechte
1974 fand die erste Weltbevölkerungskonferenz offizieller RegierungsvertreterInnen in Bukarest statt. Sie stand im Zeichen des Konflikts zweier politischer Lager: VertreterInnen von Bevölkerungspolitik versus VertreterInnen einer Neuen Weltwirtschaftsordnung (NWWO). Letztere Position wurde vehement von VertreterInnen des Trikont vorgebracht und lautete in den Worten eines indischen Delegierten: »Entwicklung ist die beste Verhütung«. Demgegenüber vertrat die Mehrheit der Industrieländer die Auffassung, dass Verhütung die beste Entwicklung sei. Jedoch bestand der Grundkonsens, dass Bevölkerungswachstum problematisch sei – ob nun als Ursache oder Folge von Unterentwicklung.
Nach der Bukarest-Konferenz stellte sich innerhalb der internationalen Bevölkerungslobby eine gewisse Orientierungslosigkeit ein. Ihre Bevölkerungsprogramme waren in Kritik geraten und der angenommene Kausalzusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum und Unterentwicklung der Coale/ Hoover-Studie hatte sich als unhaltbar erwiesen. Zu einer Neudefinition des »Bevölkerungsproblems« trug insbesondere die innenpolitische Entwicklung in den USA bei. Die 1973 erfolgte Legalisierung von Abtreibung hatte eine Mobilisierung der AbtreibungsgegnerInnen, die sogenannte »Pro-Life«-Bewegung, zur Folge. Diese – auch als »Neue Rechte« bezeichnete politische Kraft – fand ihr parteipolitisches Pendant in Ronald Reagan, der 1980 mit den Stimmen von Sozial- und Wirtschaftskonservativen zum US-Präsidenten gewählt wurde. Diese Kreise übten Kritik an staatlicher Einmischung in die Bevölkerungsentwicklung. Vor diesem Hintergrund erklärte die US-Administration auf der Weltbevölkerungskonferenz in Mexico City 1984 Bevölkerungswachstum zum »neutralen Phänomen«, obwohl die USA bis dahin eine führende Rolle in der Etablierung internationaler Bevölkerungspolitik gespielt hatten. Ein Blick auf die praktischen Auswirkungen verdeutlicht jedoch, dass es »viel Lärm um nichts« gegeben hatte: Unter Reagan wurde das bevölkerungspolitische Budget stark erhöht. Parallel verschob sich die dazugehörige Rhetorik der Bevölkerungslobby – von nun an wurde das in den Industrieländern erwachende Umweltbewusstsein sowie die Forderungen der Frauenbewegungen mit Bevölkerungswachstum in Verbindung gebracht.
Dieser »grüne Paradigmenwechsel« nahm seinen Ausgangspunkt in der Wiederbelebung (neo)malthusianischen Gedankenguts: mehr Menschen gleich mehr Umweltverschmutzung. Als Beispiel sei die Studie des Club of Rome »Die (neuen) Grenzen des Wachstums« (1972, überarbeitet 1992) genannt, die zur Verknüpfung ökologischer und malthusianischer Denkmuster beitrug und ganz auf »Wachstumskritik« setzte: »Unsere Erde ist begrenzt. Deshalb kann jegliche Art materiellen Wachstums, sei es nun die Zahl der Menschen, die ihrer Autos oder auch nur die der Schornsteine, nicht unendlich weiterwachsen« (S.28). Nach dem Motto »Wir sitzen alle im gleichen Boot« wird im Rahmen des grünen Überbevölkerungsdiskurses die Frage der politischen und ökonomischen Macht ausgeblendet. Nach dieser Logik werden Bevölkerungsprogramme als »Umweltschutzmaßnahme« gesehen.

Umweltschutz und Frauenressorts
Neben dem grünen Paradigma trug die »Entdeckung der Frauen« zur Umorientierung des Überbevölkerungsdiskurses bei: Unter Berufung auf die »reproduktive Gesundheit« von Frauen gelang es der Lobby, die Bevölkerungspolitik zu einem relativ unumstrittenen Politikfeld zu machen.4 Innerhalb der bevölkerungspolitischen Institutionen wurden Frauenabteilungen eingerichtet und liberalen Feministinnen Karrierechancen eröffnet. Auf der nächsten Weltkonferenz zu Bevölkerung und Entwicklung 1994 in Kairo war dann der Entwicklungsgedanke fast vollends verschwunden, nur in Kombination mit »Nachhaltigkeit«, dem grünen Paradigma, wurde er noch verwandt. Das entscheidende Schlagwort dieser Konferenz lautete »reproduktive Rechte«. Konkret war damit die Entscheidungs»freiheit« von Frauen des Trikonts für weniger Geburten gemeint. Die in Kairo medienwirksam geführte Abtreibungskontroverse zwischen der konservativ-pronatalistischen (Vatikan etc.) und der liberal-antinatalistischen (Bevölkerungslobby) Seite überdeckte, dass es auch kritisch-feministische Stimmen gibt, die sich gegen jegliche Form der Bevölkerungskontrollpolitik aussprechen.5 Der Bevölkerungslobby ist es in Kairo und in Zusammenarbeit mit einigen feministischen Gruppen jedoch gelungen, sich als progressiv zu präsentieren. Auf der UN-Sondersitzung Kairo+5 in New York 1999 konnten so bereits wieder offensiver die antinatalistischen Beweggründe, die hinter dem »progressiven« Vokabular stehen, vertreten werden: Die Zeitbombe Mensch stand erneut im Mittelpunkt der Diskussion.
Die anhaltende Popularität (neo)malthusianischen Gedankenguts hängt mit den ideologischen Vorteilen zusammen, die es bietet – trotz empirischer Widerlegung und Kritik ist es ein willkommenes Mittel, den Status quo von ökonomischer und machtpolitischer Ungleichheit zu legitimieren. Dass dieses Mittel heute eher im grünen und/oder violetten Gewand daherkommt, sollte nicht über den rassistischen und frauenfeindlichen Kern der dahinterstehenden antinatalistischen Bevölkerungspolitik hinwegtäuschen.

Anmerkungen:

1 Zur Bevölkerungslobby zählen alle Organisationen, die Bevölkerungspolitik und Forschung in diesem Bereich betreiben, u.a. der UNFPA (United Nations Fund for Population Activities), die IPPF (International Planned Parenthood Federation) und der Population Council.

2 »So verwandelt er (Malthus) die historisch verschiedenen Verhältnisse in ein abstraktes Zahlenverhältnis, das rein aus der Luft gefischt ist und weder auf Naturgesetzen, noch auf historischen beruht«; Marx (1967): Texte zu Methode und Praxis III – Aus den Grundrissen der politischen Ökonomie, Reinbek 1857/58, 185.

3 Charles Darwin, zitiert nach Marten, Heinz-Georg (1983): Sozialbiologismus – Biologische Grundlagen der politischen Ideengeschichte, Frankfurt a.M., 74.

4 Bereits 1972 hatte der US-amerikanische Politikwissenschaftler Peter Bachrach die Zeichen der Zeit erkannt und BefürworterInnen von Bevölkerungspolitik aufgefordert, die Frauenbewegung zu unterstützen, was einen antinatalistischen Effekt haben würde (in: Clinton, R.L. et al (Ed.): Political Science in Population Studies, Lexington).

5 Dazu zählt etwa die Forschungsorganisation UBINIG aus Bangladesch, die zu Entwicklungsfragen unter Berücksichtigung von Klasse und Geschlecht arbeitet (s. Karin Kozuch: Zwischen Gebärzwang und Zwangssterilisation – Die bevölkerungspolitische Debatte in der internationalen Frauenbewegung, Münster 1999).



Bianca Többe ist Politikwissenschaftlerin und Autorin des Buches ‘Bevölkerung und Entwicklung’ (LIT-Verlag, Münster 2000).